Übergewicht/Untergewicht

Übergewicht und Untergewicht sowie die Art der Fettverteilung werden entscheidend durch die Hormone beeinflusst.

Übergewicht ist dabei immer auf einen verlangsamten Stoffwechsel zurück zu führen. Meist geht diese Verlangsamung des Stoffwechsels mit einer Schilddrüsenunterfunktion einher sowie mit einer Erschöpfung der Nebennieren. Bei Übergewicht überwiegt hormonell meist die Kortisolausschüttung gegenüber der Adrenalinausschüttung, was zum Bild der „Stammfettsucht“ führen kann, welches sich durch eine Fettkonzentation am Rumpf und einer relativen Abmagerung der Extremitäten auszeichnet. Meist ist bei Übergewicht auf Stoffwechselebene ebenfalls das Verhältnis von Kalzium und Magnesium sowie Kalzium und Phosphor im Gewebe gestört.

Untergewicht hingegen zeichnet sich durch einen schnellen Stoffwechsel aus. Allerdings hat das in vielen Fällen nichts mit einer Überfunktion der Schilddrüse zu tun, sondern mit einer übermäßigen Adrenalinausschüttung. Durch Adrenalin bleibt man zwar schlank, muss aber auch eine nervöse Konstitution in Kauf nehmen. Man wirkt unter Umständen auch „abgehärmt“, da Adrenalin als Stresshormon in hohem Tempo körperliche Ressourcen wie Mineralstoffe, Eiweiße und Enzyme verbraucht und nicht nur Fett. Eine hohe Adrenalinausschüttung drosselt zudem die Tätigkeit der Schilddrüse. Somit können auch schlanke Menschen im Gegensatz zu einer weitläufigen Fehlvorstellung eine Schilddrüsenunterfunktion haben.

Neben der Balance des Stoffwechsels und der Hormone spielen die Ernährung und auch psychische Faktoren eine große Rolle bei Untergewicht oder Übergewicht.

Häufige Fehler beim Wunsch Übergewicht zu verlieren sind Reduktionsdiäten, in welchen entweder zu wenig Kalorien insgesamt gegessen werden oder Kohlenhydrate, Eiweiß oder Fett reduziert werden (siehe auch Ernährungstherapie). Wenn überhaupt, stellt sich dadurch nur sehr kurzfristig eine Reduktion des Übergewichts ein. Durch eine Reduktion von Nährstoffen findet zunächst eine übermäßige Ausschüttung von Adrenalin statt und man verliert Fett. Leider reduziert sich dabei auch die Leistung der Schilddrüse- sehr oft über das Ende der Diät hinaus. Der gefürchtete Jo-jo Effekt ist dabei nichts anderes als eine Verlangsamung des Stoffwechsels, meist einhergehend mit einer Schilddrüsenunterfunktion. Damit reduziert sich die Stoffwechselleistung inklusive Grundumsatz mit jeder Diät und jedem Nährstoffmangel weiter. Das Ziel Übergewicht zu verlieren rückt in immer weitere Ferne.

Wer den Wunsch hat Übergewicht zu verlieren, muss den Stoffwechsel somit meist regelrecht neu erziehen. Dies geht nur, wenn man sich über einen längeren Zeitraum diszipliniert, regelmäßig und nährstoffdicht ernährt. Überessen sollte dabei natürlich vermieden werden, aber Hungern genauso! Der unwiderstehliche Drang zu essen ist neben emotionalen „Belohnungsmechanismen“ oft auf einen schwankenden Blutzuckerspiegel zurück zu führen, der letztendlich ein biochemischer Hauptfaktor hormoneller Probleme ist.

In anderen Fällen muss man dem Körper zusätzlich wieder beibringen, dass er nicht mehr  „bunkern“ muss. Dies tut er dann, wenn er Angst hat bald wieder einmal nichts zu essen zu bekommen. Mit „Essen“ sind dabei natürlich keine leeren Kalorien gemeint. Denn hinzu kommt, dass Übergewicht mit einer Unterernährung an Nährstoffen im Gewebe einhergeht. Das bedeutet, die Depots müssen wieder aufgefüllt werden. Die Gifte und Schwermetalle hingegen, die sich auch im Fett anlagern, müssen ausgeschieden werden. Je mehr Übergewicht man verlieren möchte oder muss, desto länger kann dieser Prozess dauern.

Wichtig zu wissen ist, dass der Fokus der Behandlung zunächst auf der Gesundheit liegt, nicht auf einer Gewichtsreduktion oder Gewichtszunahme. In vielen Fällen ist die Regulierung des Gewichtes eine natürliche Folge der Therapie. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen andere Faktoren als Auslöser in Betracht gezogen werden.

Der Patient sollte dementsprechend bereit sein auch diese Faktoren anzugehen, wenn ihm die Veränderung des Gewichtes wichtig ist oder wenn diese notwendig sein sollte.

Ein großer Faktor bei einer gewünschten Gewichtsreduktion oder Gewichtszunahme sind Glaubenssätze, die auf das Unterbewusstsein wirken. Diese Glaubenssätze können sogar Behandlungen mit Hormonen sabotieren, die normalerweise zu einer Gewichtsreduktion führen müssten. Dies gilt insbesondere für Menschen mit starkem und lange andauernden Übergewicht.

In solchen Fällen reduzieren sich die Chancen auf den Verlust des Übergewichts drastisch, wenn die Therapie der körperlichen Faktoren nicht auch durch eine Auflösung der emotionalen und mentalen Faktoren begleitet wird.

Typische Themen bei Übergewicht sind:

  • „Darf ich schön sein?“
  • „Habe ich Angst andere Themen in meinem Leben anzugehen, wenn endlich der Faktor Übergewicht weg ist?“
  • „Darf ich fühlen?“ Übergewicht ist dabei häufig ein emotionaler Panzer gegen Schmerz.
  • „Für welche nicht gelebten Bedürfnisse belohne ich mich mit dem Essen?“
  • „Müsste ich mich auf Intimität oder Sexualität einlassen, wenn ich mich schöner fühlte (und damit eine attraktive Ausstrahlung auf das andere Geschlecht hätte)? In manchen Fällen stecken hinter Übergewicht auch emotionale Traumatisierungen oder Missbrauchserlebnisse.
  • „Ach wenn ich nur schlank wäre, dann hätte ich…“(eine Beziehung, einen besseren Job etc.). Dabei wird das Pferd von Hinten aufgezäumt. Das Übergewicht geht in der Regel erst dann, wenn man die Themenkreise, die man eigentlich durch den Gewichtsverlust auflösen möchte, gezielt bearbeitet. Und nicht umgekehrt.

Die blockierenden Glaubenssätze in Bezug auf das Übergewicht sollten bewusst angegangen und aufgelöst werden, auch wenn man sich grundsätzlich um diese Themen bereits bewusst ist.

In meiner Praxis verwende ich dafür die CRM Methode.

Ein anderer Faktor beim Thema Gewicht ist die Aktivierung des Immunsystems, welche dann wieder zu erhöhten Kortisolwerten führt (Kortisol bunkert Fett). Insofern kann eine gezielte Lenkung des Immunsystems hier Abhilfe schaffen.

Ein dritter Faktor kann die Unfähigkeit des Körpers sein Gifte und Schwermetalle abzubauen. Denn auf mehr Fett verteiltes Gift ist für die lebenswichtigen Organe weniger schädlich.

Die beiden letzten Faktoren können auch im Laufe der Therapie ein Thema sein. Die Gewichtsschwankungen geben sich meist wieder, sobald das darunter liegende Problem erkannt und behandelt wurde.

Quelle Titelbild: „Obesity-waist circumference“ by Victovoi – Own work. Licensed under Public Domain via Commons – Wikipedia