Burn-Out

Burn-Out und Chronisches Erschöpfungssyndrom können nicht immer voneinander unterschieden werden.

Während der Burn-Out eine Erschöpfung und Leistungsminderung in Bezug auf das berufliche Leben beschreibt und oft als plötzlicher Einbruch empfunden wird, ist das Chronische Erschöpfungssyndrom eher ein allgemeiner schleichender Prozess.

Sowohl der Burn-Out als auch das Chronische Erschöpfungssyndrom haben dabei sowohl eine körperliche als auch eine psychisch-emotionale Komponente.

In körperlicher Hinsicht gleichen sich Burn-Out und das Chronische Erschöpfungssyndrom durch Hauptsymptome wie Erschöpfung, Antriebslosigkeit und latenter Depression einer Imbalance des Hormonsystems mit starker Erschöpfung der Nebennieren. Auch Überforderung, Infektanfälligkeit und der Verlust des Sexualtriebes haben ihre Ursache auf der Ebene des Stoffwechsels und der Hormone.

In emotionaler Hinsicht, geraten Menschen in den Burn-Out, die sich über viele Jahre über ihre Grenzen hinaus „antreiben“ können. Dazu sind nur Menschen mit einem starken Willen in der Lage, der immer wieder die Impulse nach Ruhe und Muße „überschreibt“.

Diese Menschen wundern sich oft nach dem Zusammenbruch des Systems, dass es ihnen auch nach einer längeren Pause fast noch schlechter geht als vor dem Eintritt des Burn-Outs. Dabei vergessen diese Menschen, dass der Zusammenbruch nicht gekommen wäre, wenn sie auf die Zeichen ihres Körpers gehört hätten. Denn ein Burn-Out tritt nur ein, wenn man über einen längeren Zeitraum Ruhepausen missachtet hat und die Nebennieren als „Notaggregat“ für die Energiegewinnung missbraucht hat (oft erstaunlich lange Jahrzente). In der Ruhe zeigt sich dann häufig nach einer Beruhigung der Nebennieren die wahre Erschöpfung des Stoffwechsels und des Hormonsystems. Infekte und Zipperlein werden durch einen Abfall der Kortisolkurve häufiger oder überhaupt erst als schmerzlich wahrgenommen.

Der Körper holt nun auch vorher durch den Stress verdrängte Gefühle wieder aus dem Unterbewusstsein heraus, die vorher (durch die dauernde Beschäftigung) nicht zum Zuge kamen. Depressionen und Ängste können die Folge sein.

Das Gefühl, dass bis zum Zeitpunkt des „Zusammenbruchs“ alles gut war, ist damit immer trügerisch. Man hat letztendlich nur unter der von den Nebennieren geborgten Kraft existiert.

Der Weg aus dem Burn-Out führt damit gezwungenermaßen immer über die Einhaltung von viel Ruhe. Man muss lernen sich in Geduld zu üben. Man muss lernen den vorgegebenen Rahmen seiner derzeitigen körperlich und psychisch eingeschränkten Möglichkeiten anzuerkennen- etwas was willensstarken Menschen besonders schwer fällt. Erst nach dieser Akzeptanz kann es wieder bergauf gehen.

Aus körperlicher Sicht ist eine regelmäßige und nährstoffreiche Ernährung äußerst wichtig um die Nährstoffdepots wieder aufzufüllen und um dem Stoffwechsel so wieder die Möglichkeit zu geben Energie herzustellen. Die Ernährung sollte von zusätzlicher Nahrungsergänzung begleitet werden, da ein ausgebranntes System einen erhöhten Nährstoffbedarf hat.

Auch die emotionalen und mentalen Ursachen des Burn-Outs müssen dringend aufgelöst werden, möchte der Betroffene nicht immer wieder in die Burn-Out Falle tappen.

Typische Themen sind:

  • Den Willen über seine körperlich und emotional vorgegebenen Grenzen zu setzen, nicht mit seinen Ressourcen umgehen können
  • Seinen eigenen Wert nach Leistung zu bewerten
  • Nicht „nein“ sagen zu können, unter dem „Helfersyndrom“ zu leiden
  • Nicht delegieren zu können aus Angst die Kontrolle zu verlieren
  • An seinen eigentlichen Neigungen und Talenten vorbei zu leben und sich zu einem Leben zu zwingen, was einem in der Form nicht gut tut
  • Nicht zu erkennen, dass auch der „positive“ Stress für den Körper „Stress“ bedeutet
  • In vielen Fällen stellt der Betroffene die Arbeit über seine Gesundheit. Aus Angst die Arbeit zu verlieren, dass Kollegen die Leistungsminderung bemerken etc. stellt der Betroffene dringende Therapiemaßnahmen zurück. Er hat Angst sich die benötigte Ruhepause zu nehmen. Auch Angst vor „Nebenwirkungen“ der Therapie (die zur vorübergehenden Leistungsminderung führen können) sind häufig, da Entgiftungserscheinungen in den ersten Wochen der Therapie auftreten können. Auffällig ist hier die Bereitschaft die Gesundheit für andere „aufzuopfern“. Es besteht große Angst nicht mehr leistungsfähig zu sein. Dabei ist die Erschöpfung längst da.

Nach Freudenberger gestaltet sich die psychologische Entwicklung eines Burn-Outs mittels Stufen:

  1. Der Zwang sich zu beweisen
  2. Verstärkter Einsatz
  3. Subtile Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
  4. Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen
  5. Umdeutung von Werten
  6. Verstärkte Verleugnung auftretender Probleme
  7. Rückzug
  8. Beobachtbare Verhaltensänderung
  9. Depersonalisation
  10. Innere Leere
  11. Depression
  12. Völlige Burn-Out Erschöpfung

Dabei sollte man nicht nur lediglich um diese Themen „wissen“. Es ist wichtig an diesen Themen „dran“ zu bleiben und sie gefühlsmäßig aufzulösen.

Abgerundet wird die Therapie des Burn-Outs durch Veränderungen des Lebenswandels. Typischerweise sind folgende Lebensbereiche bei Burn-Out betroffen:

  • Es wird entweder gar kein Sport betrieben oder zu viel. Ausdauersport ist für erschöpfte Nebennieren eine große Belastung. Fälschlicherweise werden gerade Menschen im Burn-Out oder der Chronischen Erschöpfung oft zum übermäßigen Sport treiben angeregt. In einigen Fällen kann damit zwar überschüssiges Adrenalin abgebaut werden, aber die Erschöpfung danach ist umso größer. Denn es kann sich aus einer Erschöpfung zwangsläufig keine Leistungssteigerung ergeben- dazu fehlen beim Burn-Out oder der Chronischen Erschöpfung schlicht und einfach die körperlichen Ressourcen. Sanfte Entspannung oder Techniken wie Yoga oder Tai-Chi sind in Maßen ausgeübt hier eine wesentlich bessere Idee.
  • Verschiebungen des Tages- und Nachtrhythmus. Ein Mensch mit erschöpften Nebennieren sollte aller spätestens um 23 Uhr ins Bett und nicht vor 6 Uhr aufstehen.
  • Schlechte „Work-Life“ Balance oder ein überaktives Sozialleben ohne Zeit für Ruhe
  • Gebrauch von Stimulanzien wie Kaffee, Alkohol und Zucker (oder andere Drogen) um „Tiefs“ zu überwinden

Bei Burn-Out gilt kurz gesagt: Geben Sie Ihrem System was es braucht, dann gibt Ihnen Ihr System auch wieder was Sie möchten…

Da Burn-Out und chronische Erschöpfung eng miteinander verbandelt sind, können Sie hier etwas über chronische Erschöpfung lesen.