Zellenergie, Stoffwechsel und Hormone

ALLE Hormonstörungen sind eine unspezifische Antwort auf Stress. Dadurch kommt der Körper früher oder später auch zu einem Energiemangel auf Zellebene.

Dadurch stehen dem Körper statt 100% Energie unter Umständen nur noch 5% Energie zur Verfügung.

Dies hat weitrechende Konsequenzen für den Menschen. Er fühlt sich nicht nur schwach und energielos, auch das Hormonsystem entgleist gleich mit. Denn wenn es keine Energie gibt, kann man sie auch nicht verteilen! Die Produktion von Energie findet in den Zellen statt, die Hormone verteilen sie nur.

Stress entsteht durch die Unfähigkeit des Körpers auf Reize zu reagieren. Diese können von außen kommen, in Form von Umweltreizen wie Kälte, Hunger, psychischen Belastungen, etc. oder eben auch von innen.

Ist die Zellebene erst einmal gestresst, stellt diese einen ständigen inneren Stressor dar, äußere Stressoren müssen nicht mehr vorhanden sein. Der Mensch kann völlig ruhig und entspannt auf der Couch liegen und dennoch ist sein Körper gestresst. Letztendlich ist der Stress auf Zellebene einst aus äußeren Faktoren entstanden, vor allem durch Ernährungsfehler, Nährstoffmängeln aber auch psychischen Blockaden. Doch ist der Stress der Zellen erst einmal entstanden, verselbständigt sich dieser ohne von außen weitere Auslöser zu benötigen.

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Die Energieproduktion in den Zellen findet in einem Zellorgan statt, dem Mitochondrium. Dieses beinhaltet den Zitratzyklus. In diesem werden letztendlich aus Nährstoffen Energie und Wärme hergestellt. Die „Energiewährung“ des Körpers, also die Form des Körpers Energie zu transportieren und zu speichern, heißt  Adenosintriphosphat, kurz ATP.

 

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Solange diese Energieproduktion im Zitratzyklus unter Idealbedingungen stattfindet, stellt der Körper 36 ATP her. Dauerhafter Stress jedoch führt unweigerlich zu einer Beeinträchtigung der Energieproduktion im Mitochondrium. Durch diesen Stress wird die Energieproduktion aus der Zelle ausgelagert-mit erheblichen Konsequenzen für den Gesamtorganismus.

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Statt 36 ATP im Zitratzyklus stellt der Körper nur noch 2 ATP durch Glykolyse her. Dies sind nur noch 5% der ursprünglichen Energieausbeute!

Durch diesen Energiemangel verschiebt sich jetzt auch das Gleichgewicht der Hormone untereinander. Während vorher die lebensspendenden Hormone des Schilddrüsenstoffwechsels im Vordergrund gewirkt haben, treten nun die Stresshormone wie Östrogene, Kortisol und Adrenalin in den Vordergrund. Auf hormoneller Ebene stellt sich der Körper nun auf stressige Zeiten ein. Das bedeutet seit Jahrtausenden immer eins: der Körper erwartet Kälte und Hungersnot.

In der Konsequenz reguliert der Körper den Grundumsatz und die Wärmeproduktion herunter (Schilddrüsenunterfunktion), bunkert Fett um die Mitte (Kortisolüberschuss und Östrogendominanz), selbst wenn er durch eine kurze Phase der gesteigerten Aktivität gegangen sein mag, die eigentlich für einen Kampf oder eine Flucht gedacht waren (fight or flight, Adrenalin).

Trotz eines Energiemangels auf Zellebene kann der Mensch bei hohen Adrenalin- oder Kortisolwerten durchaus für eine Weile noch das Gefühl von Kraft und Produktivität empfinden. Denn das ist schließlich die Aufgabe der Stresshormone. Den Menschen möglichst „gut“ über stressige Zeiten zu bringen. Doch im Körper geht es schon längst um das Überleben. Im Gewebe findet ein Raubbau statt, Nährstoffe werden in hohem Maße „verbrannt“, nicht für das Überleben wichtige Vorgänge werden immer schlechter bedient (narbenlose Wundheilung, äußere „Schönheit“ von Haut, Haaren, Nägeln, psychische Bearbeitung, Verdauung, Regeneration von Bindegewebe, Entgiftung).

Kümmert sich der Mensch dann nicht rechtzeitig um diesen Zustand, entgleist das System. Die Nebennieren, die durch das Aufrechterhalten von hohen Stresshormonmengen als Notaggregat gedient haben, erschöpfen sich und werden schwach. Oft bemerkt der Betroffene dann zum ersten Mal seine eigentliche Erschöpfung. Ein solcher Zusammenbruch der Nebennieren kann plötzlich oder schleichend kommen (Burn-Out und Chronisches Erschöpfungssyndrom). Jedenfalls helfen Stimulanzien wie Kaffee, Drogen, Sport etc. jetzt nicht mehr, sondern führen erst recht auch gefühlt zu weiterer Verschlechterung.

In diesem Zustand nehmen die meisten Menschen zu, es sei denn, sie leiden unter einer hohen Adrenalinausschüttung, was bei sehr fortgeschrittenen Nebennierenerschöpfungen oder aktiven Traumamustern selbst bei einer Schilddrüsenunterfunktion möglich sein kann.

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Doch was genau sind die Stellschrauben dieses Wechsels von 36 ATP zu 32 ATP?

Es sind Glukose (Zucker), Sauerstoff und Schilddrüsenhormone! Und zwar in der Zelle, nicht im Blut. Das ist ein sehr wichtiger Unterschied!

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Können entweder Glukose oder Sauerstoff oder Schilldrüsenhormone nicht in die Zelle, entsteht eine Mitochondriopathie. der Körper kann nunmehr seine Energie nur noch durch die (anaerobe=sauerstofffreie) Glykolyse herstellen. Die Glykolyse ist ein primitives Energigewinnungsverfahren, welches für Einzeller geeignet ist, jedoch für Säugetiere nur unzureichend Energie zur Verfügung stellen kann. In Stresszeiten jedoch kann der Körper auf diesen Notmechanismus wieder zurückgreifen.

Die Logik gebietet natürlich, dass Mängel an Glukose, Sauerstoff oder Schilddrüsenhormonen von außerhalb der Zelle selbstverständlich auch der Auslöser dieser Stoffwechselentgleisung sein können. Denn was nicht zuerst ins Blut gelangt, kann auch nicht in die Zelle. Die Zelle kann ja alle drei Stoffe nicht selber herstellen. Sie müssen von außen zugeführt werden. Sauerstoff durch die Atemluft oder auch Trinkwasser, Glukose durch die Ernährung und Schilddrüsenhormone durch die Schilddrüse. Wichtig zu wissen ist auch, dass der Körper den Zitratzyklus zwar auch bis zu einem gewissen Grad mit Stoffen betreiben kann, die aus Fetten und Eiweiß gewonnen werden können. Doch das ist an und für sich schon mit einer Ausschüttung an Stresshormonen verbunden. Die ursprüngliche Energiegewinnung kommt aus der Glukose.

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Hiermit ergibt sich nun ein stimmiges Bild. Ist die Zelle gesund, werden 36 ATP hergestellt. Ist sie nicht gesund, entsteht eine Mitochondropathie, wobei sich die Energieproduktion nach außerhalb der Zelle verschiebt, wobei nur noch 2 ATP hergestellt werden. Der Körper verlässt den Schilddrüsenstoffwechsel und befindet sich nun im chronischen Stressstoffwechsel.

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Doch nicht nur das. Auch das Mutterhormon der Geschlechtshormone und des Kortisols, das Pregnenolon, wird in der Zelle hergestellt. Doch da auch Pregnenolon ein Hormon des „Überflusses“ ist, wird dessen Produktion bei einer Verschiebung zur Glykolyse hin nicht mehr hergestellt. Es findet in der Synthesekette der Steroidhormone eine „Rechtsverschiebung“ statt. Statt Pregnenolon, Progesteron und DHEA herrschen nun Kortisol und Östrogene vor (wobei bei Frauen oft eine Testosterondominanz die Östrogendominanz begleitet, bei Männern ein Testosteronmangel). Der Körper stellt sogar aus den vorgenannten „Überflusshormonen“ die nachfolgenden Stresshormone her. Adrenalin ist kein Stereoidhormon, wird aber mittelbar durch diese Stresskette ebenfalls beeinflusst.

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Sollte der Körper einmal in der Mitochondriopathie sein, geht er davon aus, dass Schilddrüsenhormone oder Glukose oder Sauerstoff nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Körper wählt andere Energieproduktionswege und hat nunmehr keine Verwendung mehr für die ursprünglich lebensspendenden Substanzen. Es fällt ein Schalter um. Er bildet nun eine RESISTENZ in der Zelle gegen Glukose, Sauerstoff und Schilddrüsenhormone. Das heißt, auch wenn diese sich im Blut befinden sollten- sie finden ihren Weg nunmehr nicht mehr in die Zelle!

Hiermit lässt sich auch ein Diabetes Mellitus Typ II erklären, da die meisten Zellen Insulin benötigen um Zucker hinein zu lassen.

Hiermit lässt sich ebenfalls belegen, warum Diäten, die Kohlenhydrate reduzieren, indem der Körper gezwungen wird entweder aus Fett oder Eiweiß seinen Bedarf an Energie zu decken, ein kurzfristiger Weg sind, gewisse Ziele zu erreichen. Natürlich senkt sich dadurch der Blutzucker zunächst. Oft nimmt man dadurch auch kurzfristig ab. Aber zu welchem Preis? Die Mitochondriopathie ist früher oder später vorprogrammiert, der Grundumsatz sinkt, die Schilddrüse kommt in die Unterfunktion, die Energiversorgung findet über das Notaggregat Nebenniere statt. Die Fähigkeit Kohlenhydrate auf Zellebene zu verarbeiten (in Wärme und Energie umzuwandeln) nimmt immer weniger ab.

Dazu sei auch gesagt, dass ein Körper, der Glukose wie vorgesehen verarbeiten kann die Probleme, die mit diesen „Hungerdiäten“ beseitigt werden sollen, erst garnicht aufkommen lässt.

 

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Doch die Zelle entwickelt bei einem Mangel an Glukose, Sauerstoff oder Schilddrüsenhormonen nicht nur eine Resistenz gegen diese Stoffe, sondern auch gegen die anderen Überflusshormone Progesteron und DHEA, wobei Pregnenolon ja bereits nicht mehr hergestellt wird und damit sowieso nicht zur Verfügung steht.

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Damit erklärt sich auch, warum sehr viele Hormonersatztherapien nicht erfolgreich sind, solange das Problem der Energieproduktion nicht behoben worden ist. Allerdings erübrigt sich auch die Notwendigkeit des Ersatzes, sobald die Energieproduktion wieder funktioniert, weitestgehend. Man beachte auch, dass auch substituierte Hormone im Stressstoffwechsel nicht in ihrem erwünschten Zustand bleiben, sondern einfach weiter in die unerwünschten Stresshormone verwandelt werden. Hormonersatztherapien sind damit nur in einem sehr „engen“ Rahmen erfolgreich, bzw. bleiben ansonsten weit hinter den Erwartungen zurück.

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Da die meisten Menschen zu dem Zeitpunkt, wo sie einen Therapeuten aufsuchen, schon sehr lange unter chronischem Stress leiden, wenn manchmal auch unbemerkt, ist ein Energiemangel auf Zellebene soweit fortgeschritten, dass eine reine Hormonersatztherapie nicht oder nur mäßig erfolgreich wäre. Davon einmal abgesehen, können auch Hormonstörungen, die grundsätzlich auf Hormonersatztherapien reagieren würden ebenfalls ursächlich über die Regulation auf Zellebene therapiert werden. Denn ein Mangel an einem bestimmten Hormon hat immer einen Grund den man finden und beseitigen kann (vorausgesetzt, das produzierende Organ existiert noch).

Eine Regulation durch ein „wieder anwerfen des Ofens“ (Wärme und Energie) kann also niemals nur durch Methoden herbei geführt werden, die nur dazu in der Lage sind Energie zu bewegen. Dazu gehören nicht nur die Hormonersatztherapien. Auch die meisten anderen therapeutischen Methoden gehören dieser Energiebewegungsebene an (sowohl in der Schulmedizin als auch in der Naturheilkunde).

Die einzigen Substanzen, mit denen die Zelle Energie produzieren kann, sind letztendlich stofflich. Nur durch die Ernährung kann letztendlich Energie hergestellt werden. Da wir in einer Zeit verarmter Böden und des erhöhten Nährstoffbedarfes leben, ist eine einwandfreie Energieproduktion im Ergebnis nur durch eine Nährstoffergänzung zusätzlich zur Ernährung möglich. Kräuter enthalten zwar ebenfalls Nährstoffe, jedoch gleichzeitig auch andere Stoffe wie Phytoöstrogene und auch manchmal Antinutrienten. Außerdem sind die von dem modernen Menschen benötigten Dosen an Nahrungsergänzung mit der reinen Kräutermedizin nicht mehr zu decken. Dadurch ist diese im Ergebnis als Nahrungsergänzung eher nicht geeignet. Sonne kann in gewissem Maße zwar auf die Mitochondrien direkt einwirken, wodurch Energie verstärkt hergestellt wird. Doch ohne die Ernährung ist die Sonne auch kein wirklicher Energielieferant.

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Werden nun durch die Energiesteigerung des Stoffwechsels alleine schon 80% aller hormonellen Störungen beseitigt, so zeigen sich nun möglicherweise vorher nicht sichtbare Störungen und Blockaden auf der Energieverteilungsebene verstärkt!

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Typischerweise handelt es sich hier um Störungen des Immunsystems, des Nervensystems und der Psyche. Da durch eine Energiesteigerung auch die Entgiftung schneller vonstatten geht, kann es hier zu Problemen mit der Ausleitung kommen, insbesondere wenn sich vorher tief im Gewebe versteckte Schwermetalle zeigen.

In einigen Fällen nehmen Menschen dann auch nicht so schnell wie erwünscht ab oder nehmen sogar trotz einer Steigerung des Wohlbefindens zu, obwohl sie Gewicht verlieren wollten. Das hat damit zu tun, dass der Körper bei mehr Körpergewicht (Wasser und Fett) Gifte besser im Bindegewebe verteilen kann, damit sie die lebenswichtigen Organe nicht schädigen.

In einigen Fällen findet hier auch eine unbewusste „Abpolsterung“ statt, da der Körper nunmehr viel empfindlicher gegen Umwelteindrücke wird. Hier liegen meist Traumata im Hintergrund.

Das Gewichtsproblem gibt sich dann wieder, wenn die dahinter liegenden Probleme erkannt und beseitigt werden.

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Ein stimmiges Konzept für die natürliche Regulierung des Hormonsystems sollte sich damit an den oben dargestellten Prinzipien orientieren und die Vorrangigkeit der Behandlung der Energieproduktionsebene beachten.

 

Titelbild: Ulfbastel, – Eigenes Werk (own photo), CC BY-SA 3.0, Wikipedia