Chronisches Erschöpfungssyndrom

Chronisches Erschöpfungssyndrom ist ein Sammelbegriff für alle Erschöpfungszustände, bei denen scheinbar keine Ursache zu ermitteln ist. Beim chronischen Erschöpfungssyndrom fühlt sich der Patient lustlos, unmotiviert und manchmal sogar depressiv. Die körperliche Leistungsfähigkeit beim Sport lässt nach, manchmal sogar für einfache Tätigkeiten des Alltags wie leichte Hausarbeit. Eine Schwäche des Immunsystems mit Infektanfälligkeit oder dem Auftreten von Allergien begleitet ein chronisches Erschöpfungssyndrom auch gerne.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass es für ein chronisches Erschöpfungssyndrom keine Ursachen gibt. Am einfachsten lässt sich ein chronisches Erschöpfungssyndrom folgendermaßen auf den Punkt bringen: Es wird weniger Energie produziert als verbraucht. Mit anderen Worten, beim chronischen Erschöpfungssyndrom handelt es sich um eine Energiemangelkrankheit.

Energie wird auf Zellebene produziert (von den sogenannten Mitochondrien) und von den Hormonen gesteuert. Erst durch eine Wiederherstellung der Energieproduktion auf Zellebene und dem reibungslosen Zusammenarbeiten der Schilddrüse, der Nebennieren und der Geschlechtshormone kann ein chronisches Erschöpfungssyndrom bewältigt werden.

Typischerweise setzt sich der Energiemangel bei einem chronischen Erschöpfungssyndrom aus „inneren“ und „äußeren“ Faktoren zusammen:

Äußere Faktoren:

  • Ernährung– Unverhältnis zwischen Fetten, Kohlenhydraten und Eiweiß. Dabei führen sowohl Eiweißmangel als auch Kohlenhydratmangel gleichermaßen zu einem Einbrechen der Energieproduktion auf Zellebene.
  • Schlaf– Schlafmangel und Schichtarbeit verhindern, dass der Körper zur Ruhe kommt und sich regeneriert. Der Nachtschlaf sollte mindestens 5 Stunden am Stück betragen.
  • Sport-Zu viel Ausdauersport erschöpft auf Dauer die Nebennieren.
  • Phytoöstrogene, Xenoöstrogene (durch Umwelbelastung, Plastik etc.) bringen das hormonelle Gleichgewicht der Geschlechtsorgane durcheinander.
  • Lichtbelastung– Bildschirme enthalten in der Regel einen großen Blauanteil. Fernsehen und Computerarbeit am Abend können so zu einer Überstimulierung des Kortisols der Nebennieren führen.
  • Stimulanzien– Kaffee, Alkohol, Drogen täuschen Energie vor, auch wenn der Stoffwechsel und die Nebennieren schon lange erschöpft sind.

Innere Faktoren:

  • Mitochondriopathien– Die Zellen sind nicht mehr in der Lage aus Glukose (Kohlenhydraten) Wärme und Energie herzustellen.
  • Unterzuckerung– Nebennierenerschöpfung und Mitochondriopathien führen zu häufiger Unterzuckerung, wodurch der Körper immer weniger Energie herstellen kann.
  • Schilddrüsenunterfunkion– Die Schilddrüse ist seitens der Hormone für den Befehl zur Energieherstellung zuständig.
  • Nebennierenerschöpfung– Sowohl unter- als auch überaktive Nebennieren führen im Körper zu Energieverlusten.
  • Östrogendominanz– Östrogene im Übermaß unterdrücken die Schilddrüsenfunktion und unterbinden die reibungslose Arbeit der Mitochondrien.
  • Allergien/Intoleranzen– Triggern ständige Stressreaktionen der Nebennieren.
  • Infektionen-In der Regel befinden sich im Körper von chronisch Erschöpften oft unerkannte Infektionen. Am Häufigsten handelt es sich zumindest auch um die Vertreter der Herpes Familie wie EBV, Zytomegalie oder Herpes Zoster u.a.
  • Nährstoffmängel– Nährstoffmängel sind ein wesentlicher Bestandteil des chronischen Erschöpfungssyndroms.
  • Schwermetallbelastungen– mit Blei, Quecksilber, Kupfer und Co führen zu Mitochondriopathien und Entgleisungen des Hormonsystems.
  • Mangelnde Entgiftungsfähigkeit– meist sind beim chronischen Erschöpfungssyndrom die Ausscheidungsorgane belastet und arbeiten verlangsamt. Dadurch verstärken sich alle anderen Faktoren. Es kann zusätzlich zur Empfindlichkeit auf Chemikalien (MCS), Alkoholunverträglichkeit etc. kommen.

Bei der Behandlung des chronischen Erschöpfungssyndroms müssen alle diese Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden. Ausruhen alleine ist bei der Behandlung des chronischen Erschöpfungssyndroms keine Lösung, sondern nur eine grundsätzliche Bedingung der Genesung.