Stress ist kumulativ

Viele Patienten verstehen nicht, warum manche Dinge für sie zu manchen Zeiten ein Problem sind und zu Symptomen führen, und zu manchen Zeiten nicht.

Nehmen wir beispielsweise die Verträglichkeit von Weizen. Was man als Beispiel nimmt, ist eigentlich egal. Es könnte auch Alkohol sein oder Zucker. Nehmen wir beispielsweise einen Menschen, der im Urlaub Alkohol, Desserts und Pasta aus Weizen wunderbar „verträgt“. Jetzt muss man dazu sagen, dass dieser Mensch im Urlaub offensichtlich nicht arbeitet, genug Schlaf bekommt und dann auch noch in der Sonne ist. Diese drei Faktoren entlasten die Nebennieren sehr. Dementsprechend ist die Stresstoleranz (mittels Ressourcen der Nebennieren) folgende:

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Wie man sieht, haben hier die Nebennieren ausreichend Kapazitäten etwas abzufedern, was für den Körper unter anderen Umständen vielleicht nicht verträglich wäre. Alkohol und Desserts können schnell zur reaktiven Unterzuckerung und der Weizen zu einer Intoleranzreaktion führen. Denn genau das ist die eigentliche Aufgabe der Nebennieren: Sie sollen Dinge, die uns normalerweise „stören“ würden, unbemerkbar machen. Sie sorgen dafür, dass wir nicht jeden Lufthauch, jedes schreiende Kind, jeden Anflug von Hunger als Überwältigung unseres Systems empfinden. Dies passiert auch automatisch bei Dingen, die eigentlich nicht gut für uns sind, aber eben von einem gesunden System toleriert werden. Ein gutes Beispiel ist die durchwachte Nacht. Eine durchwachte Nacht ist nicht gesund. Doch ein Mensch mit guten Nebennieren wird diese gut wegstecken. Doch sind die Nebennieren einmal schwach oder erschöpft, funktioniert das nicht mehr. Dies ist der Grund warum Menschen in den 20ern die Nacht durchmachen können, Alkohol trinken können und am nächsten Tag auf der Arbeit fit sein können. Doch mit fortschreitendem Alter werden die Nebennieren schwächer und schon mit 30 wird dieser „Lifestyle“ meist nicht mehr möglich sein. Das heißt natürlich nicht, dass heutzutage nicht schon Jugendliche oder Kinder ausgebrannte Nebennieren hätten.

Ist also der Mensch (der nicht mehr in den 20ern ist oder ausgebrannte Nebennieren hat) aus dem Urlaub zurück, werden Alkohol, Desserts und der Weizen nicht mehr vertragen. Denn hier fehlen plötzlich Schlaf und Sonne, der Mensch arbeitet offensichtlich wieder. Schon minimiert sich die Leistung der Nebennieren erheblich:

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Denn die Nebenniere ist eine Ressource die GRUNDSÄTZLICH ENDLICH ist. Sie muss immer wieder aufgebaut sowie auch geschont werden.

Man kann das auch mit einer PC Leistung vergleichen. Der Computer verlangsamt sich meist erheblich (gerade, wenn er nicht mehr der Neueste ist…), je mehr Anwendungen im Hintergrund laufen. Denn dadurch wird der Arbeitsspeicher des PC beansprucht. Das kommt einmal durch die Programme, die man bewusst aufgemacht hat aber oft auch durch irgendwelche anderen Hilfsprogramme, die unbemerkt im Hintergrund laufen. Dieses Prinzip gilt täglich aufs Neue. Je nachdem, wie vielen Belastungen der Körper an diesem Tag gerade ausgesetzt ist, wird- je nach genereller Leistungsfähigkeit der Nebennieren- zu einem besseren oder schlechteren Befinden führen.

Die allgemeine Leistung der Nebennieren hängt auch stark von den ständigen Stressoren ab. Diese laufen oft im Hintergrund und werden von dem Betroffenen meist nicht bewusst wahrgenommen. Dies sind oft die allergrößten Energiefresser. Persistierende frühkindliche Reflexe können in etwa dazu führen, dass ein Mensch in vollkommener Ruhe, also auch im Urlaub, 30% mehr Energie verbraucht als jemand ohne dieses Problem. Ausgleichen muss das einmal wieder die Nebenniere!

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So häufen sich  dann die 2-20 Baustellen, die ein Mensch nach und nach bearbeiten muss, damit die Nebennieren als Ressourcen geschont und wieder aufgebaut werden können.