Hormonelle Störungen: dahinter können 2-20 Baustellen liegen!

Hormonelle Störungen sind eine unspezifische Antwort auf Stress!

Doch was bedeutet das für den Patienten?

Dies bedeutet ganz einfach, dass der Patient so lange hormonelle Probleme hat, solange er nicht alle Ursachen gefunden und beseitigt hat, die Stress verursachen.


Denn bei Stress (im metabolischen Sinn) springt der Körper vom Aufbausstoffwechsel, der von der Schilddrüse geleitet wird, in den Abbaustoffwechsel, der von den Nebennieren geleitet wird (mehr dazu hier).

Damit kommt einem Therapeuten, der hormonelle Störungen behandeln möchte, eine Aufgabe als Detektiv zu. Er wird zunächst  das Leben des Patienten nach den „üblichen verdächtigen“ Stressoren untersuchen und diese beseitigen.

Dies sind:

  • Mangelernährung an Fett, Eiweiß oder Kohlenhydraten
  • Mangelernährung an Mikronährstoffen wie Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe
  • Missbrauch an Medikamenten (z.B. Psychopharmaka) und auch Mikronährstoffen (z.B. Vitamin D)
  • Verzehr von zu viel Zucker und darmreizenden Lebensmitteln (Gluten, Milch und Milchprodukte u.a.)
  • Fremdöstrogene durch Plastik, Kosmetika und Kräuter (Phytoöstrogene), Pille, Hormonersatztherapie
  • Probleme beim Lebenswandel: zu viel Sport, Auslassen von Mahlzeiten, Mangel an Ruhezeiten
  • offensichtliche Schwermetalle

Sollten die anfänglichen Maßnahmen entweder nicht die gewünschten Ergebnisse erbringen oder sollten von Anfang an starke Hinweise auf weitere Störungen vorliegen, geht die Suche weiter. Man sucht nach den nächst „üblichen Verdächtigen“:

  • Chronische Viren- und/oder Bakterienbelastungen
  • Darmparasiten, Pilze etc.
  • Leaky Gut (brüchiger Darm)
  • Störungen des Immunsystems (Hyper- oder Hyporeaktivität, Autoimmunität)
  • Psychosomatische Störungen
  • Traumata
  • Persistierende frühkindliche Reflexe
  • Versteckte Schwermetalle
  • Zahnherde, andere chronische Entzündungen
  • Allergene Prothesen, dazu zählen auch Brustimplantate
  • Probleme bei der Entgiftung
  • Mangelnde Selbstverwirklichung
  • Unglückliche Beziehungen

Dazu sollte man wissen, dass jede „Baustelle“ die Genesungszeit verlängert.

Somit verkürzt auch die simultane „Arbeit“ an verschiedenen Baustellen die Genesungszeit. 

Ein Beispiel:

Eine Patientin kommt wegen Migräne, Gewichtszunahme, wechselhaften Stühlen und dem prämenstruellen Syndrom. Sie hat bis vor kurzem die Pille genommen.

Der Anfangstest (Stoffwechselanalyse über die Haarmineralanalyse) zeigt:

  • Einen langsamen Stoffwechsel mit reduziertem Grundumsatz, wodurch weniger Fett verbrannt wird aber auch die Nieren, Leber und Lymphe langsamer entgiften.
  • Zu wenig Magensäure, dadurch findet die Verdauung von Lebensmitteln nur unzulänglich statt.
  • Kupferüberschuss: durch die Pilleneinnahme wird Kupfer oft eingelagert, Zinkmangel durch überwiegend vegetarische Ernährung trägt ebenfalls zu Kupferüberschuss bei.
  • Eine Kohlenhydratunverträglichkeit durch Magnesiummangel und dem Verzehr von zu viel Zucker und Kohlenhydraten.
  • Eine langsame Schilddrüse.
  • Erschöpfte Nebennieren (Kortisolmangel).
  • Eine Östrogendominanz.

Erste Maßnahmen:

  • Ernährungsumstellung: Auslassdiät (Gluten, Milch und Milchprodukte, Eier, Zucker), Toxinkarenz (Kaffee, koffeinhaltige Getränke, Alkohol), mehr Eiweiß, reduzierte Kohlenhydrate, Umstellung auf gesättigte Fettsäuren
  • Mikronährstoffe: Magensäure, Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Drüsenpräparate (für Nebenniere und Schilddrüse)
  • Entgiftung der Leber und Niere (durch Kräuterpräparate und spezifische Hormonentgifter)

Szenario 1 nach 6 Wochen:

  • Es wurden ein paar Pfunde verloren.
  • Der Schlaf ist besser, die Patientin hat mehr Energie.
  • Nach einer anfänglich stärkeren Regel wies die 2. Regel unter der Therapie ein weniger ausgeprägtes prämenstruelles Syndrom auf (Verkürzung von 10 Tagen auf 3 Tage vor der Regel).
  • Die Migräne ist gleichbleibend (wahrscheinlich auf den Kupferüberschuss zurück zu führen).
  • Die Stuhlprobleme sind verschwunden.

Weitere Maßnahme: abwarten. Die Therapie läuft gut. Die Migräne wird sich wahrscheinlich im Laufe der Kupferentgiftung erledigen.

Szenario 2 nach 6 Wochen:

  • Der Schlaf ist besser, die Patientin hat weniger Energie.
  • Das Stuhlverhalten ist gleich geblieben.

Die Therapie läuft nicht gut. Warum hat der Körper auf sinnvolle Maßnahmen paradox reagiert? Nun muss man herausfinden, warum. Weitere Maßnahmen:

  • Untersuchung des Immunsystems, da keine spezifischen Hinweise auf Darmparasiten vorliegen. Ergebnis: unerkanntes Pfeiffer’sches Drüsenfieber, Herpes simplex.
  • Mikroimmuntherapie zur Stärkung des Immunsystems.

Szenario 3 nach 6 Wochen:

  • Es wurden ein paar Pfunde verloren.
  • Der Schlaf ist besser, die Patientin hat mehr Energie.
  • Nach einer anfänglich stärkeren Regel wies die 2. Regel unter der Therapie ein weniger ausgeprägtes prämenstruelles Syndrom auf (Verkürzung von 10 Tagen auf 3 Tage vor der Regel).
  • Die Migräne ist stärker geworden, findet nun jeden Tag statt

Die Therapie läuft nicht gut. Warum hat sich die Migräne verstärkt? Weitere Maßnahmen:

  • Die Entgiftungsfunktion wird überprüft.
  • Es werden nun Einläufe mit Kaffee, Colon-Hydro Therapie betrieben, extra Schwefel eingenommen und Basenwickel gemacht.

Wie man sieht, war hier bei identischen hormonellen Symptomen nicht gleich am Anfang der Therapie zu erkennen, wo der „Knackpunkt“ lag. Dieser kann oft erst gefunden werden, wenn die Basismaßnahmen alle eingehalten werden oder wenn es eine Reaktion auf die Basismaßnahmen gibt.

Nicht selten bringen die Veränderungen durch die Basismaßnahmen das „Gleichgewicht des Schreckens“ durcheinander und es zeigt sich dann erst das eigentliche Problem, nicht selten auch die eigentlichen Probleme. Dies ist unter anderem darauf zurück zu führen, dass jede eigentlich erfolgreiche therapeutische Maßnahme mehr Energie in das System hinein bringt. Doch diese aktiviert manchmal erst Prozesse, die der Körper durch seine vorherige Energielosigkeit nicht ausdrücken konnte.

Dazu gehören u.a. allergische Reaktionen, Viren- und Bakterienbelastungen, Leerung von Schwermetalldepots, Entgiftungen, psychische Ängste.

Hört man bei dem Auftreten von solchen Reaktionen des Körpers auf zu therapieren, anstatt weiter die Ursachen der hormonellen Störung zu beseitigen, bestehen keine Chancen auf Genesung.

Das bedeutet für den Patienten natürlich oft, dass ein größerer Aufwand betrieben werden muss als ursprünglich angenommen (zeitlich, finanziell).

Mit anderen Worten: es ist nicht immer gleich am Anfang der Behandlung abzusehen, ob der Patient 2 oder 20 Baustellen hat!

Doch die Funktionsweise des Körpers ist nun einmal von der Natur vorgegeben. Der Weg der Genesung ist vorgezeichnet, der Patient hat eigentlich keine Wahl außer weiter zu machen, wenn er nach und nach seine Gesundheit wieder herstellen möchte.

Es müssen alle Baustellen gefunden und beseitigt werden.

Dem Therapeuten kommt so häufig nicht nur eine Aufgabe als Detektiv zu, sondern als Diagnostiker.

Es ist sinnvoll Baustellen schon einmal danach zu unterscheiden, ob sie die Produktion von Energie auf Zellebene betreffen, oder lediglich die Energieverteilung. Damit fängt man immer zunächst an die Energiproduktionsebene zu behandeln. Häufig treten danach die Baustellen in einer bestimmten Reihenfolge auf, jedoch nicht immer:

Energieproduktion:

  • Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Kohlenhydraten und gesättigten Fetten
  • Auffüllen von Nährstoffdefiziten
  • Ausleitung von Schwermetallen und anderen Toxinen

Energieverteilung

  1. Infektionen, hyperreaktives Immunsystem, auto-immune Störungen
  2. Verstärkung der Ausleitung von Schwermetallen (in manchen Fällen) durch Basenwickel oder Ähnliches, Colon Hydro Therapie
  3. Traumata, persistierende frühkindliche Reflexe
  4. Entfernung von Amalgam, Silikonprothesen etc.
  5. Nachregulierung der Körpertemperatur
  6. Feinregulierung durch naturidentische Hormone
  7. Darmsymbiose

In meiner Praxis kann ich viele der „Baustellen“, die hormonelle Störungen verursachen, selber therapieren, andere jedoch nicht.

Dazu gehören u.a.:

  • Chronische Viren- und/oder Bakterienbelastungen
  • Darmparasiten, Pilze etc.
  • Störungen des Immunsystems (Hyper- oder Hyporeaktivität, Autoimmunität)
  • Traumata
  • Persistierende frühkindliche Reflexe
  • Zahnherde, andere chronische Entzündungen
  • Allergene Prothesen, dazu zählen auch Brustimplantate

Sollten diese „Baustellen“ bei meinen Patienten u.a. auftauchen, verweise ich sie an kooperierende Kollegen weiter (siehe auch erweitertes Therapiekonzept).

Lesen Sie mehr zur Rolle des Therapeuten im Genesungsprozess des Patienten hier.

Hier finden Sie etwas zu der kumulativen Eigenschaft von Stress.

Quelle Titelbild: Von Ttog~commonswiki, Konrad Conrad (= User:Xavax), Mediatus – Eigenes Werk, Gemeinfrei, wikipedia