Nahrungsergänzung-ist das wirklich nötig?

Warum Sie sich gesund ernähren sollten und leider zusätzlich Nahrungsergänzung brauchen

„Nahrungsergänzung ist kein Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Ernährung“.

Dieser Satz könnte wahrer nicht sein. Dennoch wird er vielfach falsch verstanden. Er ist wohl ursprünglich für Menschen gedacht, die denken, dass Sie durch das Einwerfen von ein paar Vitaminpillen weiterhin Fast Food essen, rauchen, trinken und sonstigen Raubbau an ihrem Körper betreiben können.

Dieser Satz bedeutet leider nicht, dass Menschen, die sich gesund und wirklich optimal ernähren, keine Nahrungsergänzung bräuchten.

Denn gesunde Ernährung bedeutet nicht, dass man einfach Dinge isst, die allgemein als gesund gelten. Eine wirklich gesunde Ernährung ist die, die einem alle Nährstoffe liefert, die man für ein optimales Funktionieren aller Körpersysteme braucht, insbesondere für die Produktion von Energie auf Zellebene. Und wenn man danach geht, ernährt sich eigentlich keiner wirklich gesund. Das ist auch gar nicht mehr möglich, wie sich gleich zeigen wird.

Der Nährstoffbedarf bestimmt sich grundsätzlich nach einem ausgewogenen Verhältnis zwischen der Einnahme und dem Verbrauch von Nährstoffen.

Dieses Verhältnis ist zwar individuell. Es hat sich dennoch gezeigt, dass sich für die Ermittlung des Nährstoffbedarfes gewisse Richtwerte ermitteln lassen.

Folgende Faktoren müssen bei der Festlegung dieser Richtwerte berücksichtigt werden:

  1. Die Überprüfung der Richtigkeit dieser Empfehlungen
  2. Die grundsätzlichen Befolgung und Befolgbarkeit der Richtlinien
  3. Die Überprüfung, ob die verzehrten Lebensmittel die angegebenen Nährstoffe tatsächlich auch enthalten
  4. Die Berücksichtigung erhöhter Anforderungen an Nährstoffen

Hiermit macht es zunächst Sinn zu schauen, wie die offiziellen Richtlinien der deutschen Gesellschaft für Ernährung lauten.

Offizielle Empfehlungen der Bundesrepublik Deutschland zum Verzehr von Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen

Bei der Ernährung muss grundsätzlich zwischen Makronutrienten und Mikronutrienten unterschieden werden. Makronutrienten werden in größerem Ausmaß zur Lebenserhaltung benötigt (Eiweiß, Kohlenhydrte, Fette). Mikronutrienten werden nur in geringem Maß benötigt (Spurenelemente, Mineralien, Vitamine, Enzyme, Sekundäre Pflanzenstoffe).

Mikronutrienten:

Beispiel Nährstoffbedarf einiger Mikronutrienten:

Vitamin A:

Hierbei handelt es sich um die Gesamtmenge an Vitamin A und Beta Karotin täglich (welches nicht identisch ist).

19 bis unter 25 Jahre 1,0 mg/3333 IE Männer 0,8 mg/  2666 IE Frauen
25 bis unter 51 Jahre 1,0 mg/3333 IE Männer 0,8 mg/  2666 IE Frauen
51 bis unter 65 Jahre 1,0 mg/3333 IE Männer 0,8 mg/  2666 IE Frauen

Magnesium:

19 bis unter 25 Jahre 400 mg Männer 310 mg Frauen
25 bis unter 51 Jahre 350 mg Männer 300 mg Frauen
51 bis unter 65 Jahre 350 mg Männer 300 mg Frauen

Calcium:

19 bis unter 25 Jahre 1000 mg
25 bis unter 51 Jahre 1000 mg
51 bis unter 65 Jahre 1000 mg

Zink:

19 bis unter 25 Jahre 10,0 mg Männer 7,0 mg Frauen
25 bis unter 51 Jahre 10,0 mg Männer 7,0 mg Frauen
51 bis unter 65 Jahre 10,0 mg Männer 7,0 mg Frauen

Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän:

Kupfer Mangan Chrom Molybdän
Jugendliche und Erwachsene 1,0–1,5 mg 2,0–5,0 mg 30–100 µg 50–100 µg

Quelle: www.dge.de

Was Sie essen müssten um diesen Empfehlungen nachzukommen

Mikronutrienten:

Die Menge berechnet sich jeweils an den Lebensmitteln, die am meisten von dem jeweiligen Nährstoff pro 100 Gramm enthalten.

2666 IE Vitamin A:

8 Gramm Rindsleber, 106 Gramm Butter, 2600 Gramm Milch (ca. 2,6 l). Fettfreies Fleisch enthält fast kein Vit. A.

Beta Karotin wird vom Körper nur unter idealen Umständen in Vitamin A umgewandelt. Man braucht an Beta Karotin auch viel mehr (bis zu einem Verhältnis von 19:1) als an echtem Vitamin A. Daher werden hier nur die Lebensmittel angegeben, die Vitamin A enthalten (immer tierischen Ursprungs).

300 mg Magnesium:

447 Gramm gekochten Spinat, 1100 Gramm Banane (ca. 10 kleine Bananen), 2500 Gramm Joghurt

1000 mg Calcium:

826 mg (ca. 830 ml) Milch, 1388 Gramm gekochten Grünkohl, 261 Gramm Sardinen

7 mg Zink:

80 Gramm Rindersteak, 1170 Gramm Joghurt, 466 Gramm gekochte Kichererbsen

1,5 mg Kupfer:

10 Gramm Rinderleber, 500 Gramm gekochte Linsen, 46 Gramm Schokolade

5 mg Mangan:

74 Gramm gekochte Muscheln, 89 Gramm Haselnüsse, 238 Gramm Vollkornweizenbrot

100 µg Chrom:

100 Gramm Paranüsse,105 Gramm Gouda, 200 Gramm Weizenvollkornbrot

100 µg Molybdän:

20 Gramm Buchweizen, 78 Gramm Rotkohl, 142 Gramm Hafer

Zusammenfassung:

Damit müsste eine 25-51-jährige Frau täglich alleine für die paar aufgelisteten Nährstoffe folgende Lebensmittel konsumieren um den Anforderungen der DGE zu genügen, wobei hier jeweils die nährstoffdichtesten Lebensmittel gewählt werden.

160 Gramm Fleisch, 1300 Gramm gekochte Nudeln, 6 EL Butter, 8 Gramm Rinderleber, 447 Gramm gekochten Spinat, 830 ml Milch, 74 Gramm gekochte Muscheln, 100 Gramm Paranüsse

Dabei wurden hier nur ein paar ausgewählte Nährstoffe mit den dazu gehörigen Lebensmitteln dargestellt. Doch wir brauchen ganz grundsätzlich fast alle Elemente des Periodensystems zumindest in Spuren, einige dieser Elemente in größeren Mengen. Dazu zählen außer den hier aufgeführten Mineralien noch Phosphor und Kalium z.B. Auch bei den Vitaminen wurden hier nicht alle aufgezählt.

Hier wird bereits klar, dass die meisten Menschen weit von einer Ernährung entfernt sind, die ihre Nährstoffbedürfnisse decken kann!

Doch das ist leider nur der Anfang des Problems der Nährstoffversorgung….

Warum Sie weit mehr Nährstoffe brauchen als die offiziellen Empfehlungen der DGE

1. Das Maß der „Krankheitsschwelle“

Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass die Empfehlungen des DGE auf „Grenzwerten“ beruhen, die nicht unbedingt der Gesundheitserhaltung dienen, sondern der Verhinderung von Krankheiten. Doch wo ist der Unterschied?

Die Vorgabe an Vitamin C des DGE soll die Entstehung von Skorbut verhindern. Bei Skorbut handelt es sich um eine Erkrankung, die früher vielfach Seefahrer betroffen hat, die aus Mangel an Vitamin C Entzündungen des Zahnfleisches u.a. bekommen haben bis ihnen die Zähne ausfielen.

Doch Vitamin C hat noch viele andere Aufgaben im Körper als nur Skorbut zu verhindern. Es dient als Fänger für freie Radikale, sorgt dafür dass neues Bindegewebe (Kollagen) sich aufbaut, verhindert Pigmentflecken, unterstützt die Entgiftung u.a. von Kupfer. Doch für diese Aufgaben brauchen man weit mehr als nur die Menge an Vitamin C, welche Skorbut verhindert!

Die Menge an Vitamin D bemisst sich an der Schwelle, welche Rachitis verhindert. Rachitis ist eine Erkrankung, bei der die Knochen sich erweichen und deformieren. In früheren Zeiten hat diese Erkrankung hauptsächlich Menschen in Arbeitervierteln betroffen, die in „Kellerlöchern“ ohne Licht ihr Leben fristen mussten, den ganzen Tag in düsteren Fabriken oder unter Tage (gerade auch Kinder!) arbeiten mussten und die keine Möglichkeiten hatten über die Ernährung (z.B. Lebertran) ihr Vitamin D Defizit zu ergänzen.

2. Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Maßstäbe

Nehmen wir als Vergleich die Empfehlungen der Ernährungsbehörde der vereinigten Staaten von Amerika für eine Frau von 31-51 Jahren:

Mikronutrienten:

Die Menge berechnet sich jeweils an den Lebensmitteln, die am meisten von dem jeweiligen Nährstoff pro 100 Gramm enthalten.

Quelle: FDA

5000 IE Vitamin A:

15 Gramm Rindsleber, 200 Gramm Butter

400 mg Magnesium:

696 Gramm gekochten Spinat

1000 mg Calcium:

826 mg (ca. 830 ml) Milch, 1388 Gramm gekochten Grünkohl, 261 Gramm Sardinen

15 mg Zink:

171 Gramm Rindersteak, 998 Gramm gekochte Kichererbsen

2 mg Kupfer:

13 Gramm Rinderleber, 666 Gramm gekochte Linsen

2 mg Mangan:

29 Gramm gekochte Muscheln, 35,6 Gramm Haselnüsse

120 µg Chrom:

120 Gramm Paranüsse

75 µg Molybdän:

15 Gramm Buchweizen

Im Vergleich empfehlen also die USA deutlich weniger Kohlenhydrate, fast das doppelte an Vitamin A, 1/3 mehr an Magnesium, 20% mehr an Chrom, 25% weniger Molybdän, 40% weniger Mangan, 1/3 mehr Kupfer und über das Doppelte an Zink im Vergleich zu Deutschland.

Hier stellt sich die Frage, warum diese Empfehlungen so unterschiedlich sind, wenn doch Menschen überall gleich sind.

3. Orientierung an der Gesundheitsschwelle- die ursprüngliche Ernährung

Es gibt Forschungen darüber, wie sich ursprüngliche Bevölkerungen weltweit vor der Industrialisierung ernährt haben. Diese Bevölkerungen wiesen kaum degenerative Erkrankungen auf. Dort war der Verzehr an fettlöslichen Vitaminen 10x höher als in den USA in der 1930er Jahre und bei den wasserlöslichen Vitaminen 4x. Man könnte also diese Werte als die „Gesundheitsschwelle“ an Vitaminen bezeichnen.

Damit hätten wir jedoch ganz andere Ernährungsvoraussetzungen:

Vitamin Empfehlung der USA heute Ursprüngliche Ernährung Menge an Nahrung zur Deckung des Bedarfs laut FDA Menge an Nahrung zur Deckung des Bedarfs laut Gesundheitsschwelle
E 30 IE 300 IE 1 kg gekochter Spinat 10 kg gekochter Spinat
D 400 IE 4000 IE 4 Gramm Lebertran 40 Gramm
K 80 µg 800 µg 10 Gramm gekochter Grünkohl 100 Gramm gekochter Grünkohl
A 5000 IE 50000 IE 15 Gramm Rinderleber 150 Gramm Rinderleber
C 60 mg 240 mg 26 Gramm Guave 105 Gramm Guave
B 6 2 mg 8 mg 154 Gramm Sonnenblumenkerne 615 Gramm Sonnenblumenkerne

4. Erhöhter Verbrauch durch Stress

Wenn der Körper metabolisch im Stress ist, werden Nährstoffe sehr schnell aufgebraucht um möglichst schnell Energie herzustellen. Durch das Ausscheiden bestimmter Mineralstoffe ist der Körper erst dazu in der Lage „Erregungspotentiale“ herzustellen. Werden diese ausgeschiedenen Mineralstoffe nicht ersetzt, verbleibt der Körper in diesem Erregungszustand. Er verbleibt im chronischen „Stressstoffwechsel„. Nährstoffmängel an und für sich bewirken im Körper Stress. Es entsteht eine Abwärtsspirale. Im Stress scheidet der Körper besonders Zink und Magnesium aus. Es findet sich kaum eine Haarmineralanalyse mit intakten Zink- und Magnesiumwerten.

5. Raffinierte Lebensmittel, Antinutrienten und Zusatzstoffe

Unsere heutige Ernährung ist nicht vollwertig. Vollwertig bedeutet, dass die Lebensmittel in ihrer ursprünglichen Form nicht verändert werden. Denn jedes Lebensmittel birgt in sich alle Nährstoffe, die für die eigene Verdauung benötigt werden und spendet dann darüber hinaus dem Körper zusätzliche Nährstoffe. Unraffinierter Zucker in etwa enthält Chrom und Magnesium. Beides ist für die Verwertung von Kohlenhydraten unerlässlich. Esse ich nun weißen oder selbst „braunen“ Zucker, füge ich dem Körper zwar Kohlenhydrate zu, nicht jedoch die dazu gehörigen Nährstoffe (leere Kalorien). Der Körper muss nun für die Verdauung die fehlenden Nährstoffe „beisteuern“. Die körpereigenen Speicher werden so geleert und meist nicht mehr aufgefüllt. Dies ist wie fahren mit Sprit aber ohne Öl.

Doch selbst Vollkornprodukte enthalten Antinutriente. Diese sorgen dafür, dass die Nährstoffe in den Lebensmitteln nicht aufgenommen werden. Ein Beispiel dafür ist die Phytinsäure. Wird Getreide nicht gekeimt, ausreichend lang gesäuert oder sauer eingewichen, blockiert die Phytinsäure im Darm (insbesondere bei Leaky Gut, gestörter Darmflora etc.) die Aufnahme von Kalzium, Magnesium, Zink etc. Auch hier muss der Körper die für die Verdauung wichtigen Nährstoffe bezuschussen. So leisten Vollkornprodukte heutzutage einen großen Beitrag zur Übersäuerung. Denn viele der wichtigen basischen Mineralstoffe aus dem Getreide werden einfach nicht aufgenommen. So ist bei der heutigen Behandlung des Getreides eine fleischreiche Ernährung im Ergebnis oft basenreicher als vegetarische Ernährung. Denn im Fleisch erfolgt die Nährstoffversorgung „brutto für netto“. Antinutrienten gibt es dort nicht.

Zusatzstoffe enthalten oft Phosphate. Auf diese Weise kann es passieren, dass der Körper von manchen Mineralien einen Überschuss bekommt. Da Mineralien im Körper nach einem „Gegenspielerprinzip“ arbeiten, wird bei einem stetigen Überschuss der Gegenspieler ausgeleitet (in diesem Fall wäre das Kalzium). Dies kann zu Mangelerscheinungen des Gegenspielers führen. Kupferüberschuss kann auf diese Weise zu Zinkmangel führen. Kaliumüberschuss zu Natriummangel.

6. Praktikabilität/Ernährungsgewohnheiten

Wenn man sich die Ernährungsgewohnheiten der meisten Deutschen anschaut, wird klar dass die täglichen Mindestanforderungen an Nährstoffen nicht gedeckt sind:

  • Man müsste täglich frische Lebensmittel verzehren, denn im Gegensatz zu Mineralien gehen wasserlösliche Vitamine nicht nur beim Kochen verloren, sondern auch bei längerem „herumliegen“ im Kühlschrank.
  • Es ist praktisch unmöglich den Bedarf an Vitamin A (nicht Beta Karotin) über die Ernährung zu decken, wenn keine Organe gegessen werden.
  • Es ist schwierig z.B. den täglichen Bedarf an Zink zu decken, wenn kein Fleisch verzehrt wird
  • Das Wissen um den Abbau von Antinutrienten ist praktisch verloren gegangen. Dadurch werden Brot, Müsli und Co zur „Säurebombe“, wodurch wir übersäuern.

Zusammenfassung:

Aus den obigen Faktoren ergibt sich, dass der von der DGE angesetzte tägliche Nährstoffbedarf viel zu gering bemessen ist um die Gesundheit wirklich zu erhalten.

Doch diese Faktoren sind bei der Errechnung des tatsächlichen täglichen Nährstoffbedarfes leider noch nicht alles…

Unsere Böden sind ausgelaugt und enthalten nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Nährstoffe

In den USA hat der Nährstoffgehalt in den Jahren zwischen 1910 und 2015 um 90% abgenommen. Damit enthalten die Böden durchschnittlich nur noch 10 % der 1910 enthaltenen Mineralien.

mineral-depletion1

Quelle: USDA

Im Weizen hat der Nährstoffgehalt an Mineralien in den letzten 160 Jahren in den USA wie folgt abgenommen:

Zink 33–49%
Kupfer 25–39%
Magnesium 20–27%
Quelle: researchgate
Eine deutsche Studie belegt, dass viele Lebensmittel in Deutschland ebenfalls in nur 14 Jahren (1985-1999) dramatisch an Nährstoffen eingebußt haben:
Mineralien und Vitamine in mg je 100g Lebensmittel untersuchte Inhaltsstoffe Ergebnis 1985 Ergebnis 1996 Ergebnis 2002 Verlust 1985 -1996 Verlust 1985 – 2002
Brokkoli Calzium
Folsäure
Magnesium
103
47
24
33
23
18
28
18
11
-68 %
-52 %
-25 %
-73 %
-62 %
-55 %
Bohnen Calzium
Folsäure
Magnesium
Vitamin B6
56
39
26
140
34
34
22
55
22
30
18
32
-38 %
-12 %
-15 %
-61 %
-51 %
-23 %
-31 %
-77 %
Kartoffeln Calzium
Magnesium
14
27
4
18
3
14
-70 %
-33 %
-78 %
-48 %
Möhren Calzium
Magnesium
37
21
31
9
28
6
-17 %
-57 %
-24 %
-75 %
Spinat Magnesium
Vitamin C
62
51
19
21
15
18
-68 %
-58 %
-76 %
-65 %
Apfel Vitamin C 5 1 2 -80 % -60 %
Banane Calzium
Folsäure
Magnesium
Vitamin B6
Kalium
8
23
31
330
420
7
3
27
22
327
7
5
24
18
-*
-12 %
-84 %
-13 %
-92 %
-24 %
-12 %
-79 %
-23 %
-95 %
Erdbeeren Calzium
Vitamin C
21
60
18
13
12
8
-14 %
-67 %
-43 %
-87 %

Quelle: 1985 Pharmakonzern Geigy. 1996 Lebensmittellabor Karlsruhe/Sanatorium Oberthal

Stellen Sie sich also vor, dass Sie tagtäglich grundsätzlich durchschnittlich 30% weniger an Nährstoffen zu sich nehmen, als Sie eigentlich sollten. 

Wie viel müsste man nun vom Spinat essen, um die Mindestanforderungen (die ohnehin zu niedrig angesetzt sind) der DGE zu erfüllen?

400 mg Magnesium:

Statt 696 Gramm gekochten Spinat müsste man nun 1023 Gramm gekochten Spinat täglich essen

Ist man großzügig und verwendet nur den durchschnittlichen Nährstoffverlust von 30 % bei pflanzlichen Erzeugnissen bedeutet dies für weitere Nährstoffe:

1000 mg Calcium:

Statt 1388 Gramm gekochten Grünkohl 1982 Gramm gekochten Grünkohl täglich

7 mg Zink:

Statt 466 Gramm gekochte Kichererbsen 665 Gramm gekochte Kichererbsen

1,5 mg Kupfer:

Statt 500 Gramm gekochte Linsen 714 Gramm gekochte Linsen

Zusammenfassung:

Spätestens an dieser Stelle sollte klar sein, dass selbst die gesündeste Ernährung bei weitem nicht in der Lage ist die täglichen Mindestanforderungen der DGE an Nährstoffen zu decken.

Doch auch das ist in Bezug auf das Thema Nahrungsergänzung noch nicht alles….

Gesunderhaltung und Gesundwerdung- das ist ein großer Unterschied!

Wenn man von einem täglichen Nährstoffbedarf spricht, ist damit die Menge an Nährstoffen gemeint, die wir brauchen um gesund zu bleiben. Im schlechtesten Fall handelt es sich um die Minimalanforderungen der „Krankheitsschwelle“ im günstigsten Fall um die Anforderungen der „Gesundheitsschwelle“.

Der tägliche Nährstoffbedarf ist also so berechnet, dass Mangelzustände verhindert werden sollen. Doch was passiert, wenn Mangelzustände bereits da sind?

Dann kann man nicht erwarten mit den Mengen an Nährstoffen, die zur Gesunderhaltung geeignet sind, auch noch die Nährstoffmängel zu decken. Wenn Ihre Miete 1000 Euro monatlich beträgt, Sie aber bereits mit 3000 Euro im Mietrückstand sind, können Sie ja auch nicht erwarten mit weiteren 1000 Euro Ihren Mietrückstand in diesem Monat zu begleichen. Sie brauchen nunmehr 4000 Euro um sozusagen auf „null“ zu kommen.

Hier erklärt sich der Unterschied zwischen einer Nahrungsergänzung in physiologischen Dosen und einer Nahrungsergänzung in pharmakologischen Dosen. Eine Nahrungsergänzung in physiologischen Dosen soll Mangelzustände vorbeugen während eine Nahrungsergänzung in pharmakologischen Dosen Mangelzustände beseitigen soll.

Demnach arbeitet die Nahrungsergänzung in pharmakologischen Dosen mit viel höheren Dosierungen als die physiologische.

Da es faktisch unmöglich ist mit Nahrung alleine Ihren täglichen Nährstoffbedarf zu decken, muss die pharmakologische Dosierung Ihren täglichen Nährstoffbedarf „aufstocken“ und zusätzlich die „Löcher stopfen“.

Eine andere Aufgabe der Nahrungsergänzung mit pharmakologischen Dosen ist der Ersatz von isolierten Nährstoffen. Denn bei der Nahrungsergänzung in physiologischen Dosierungen wird davon ausgegangen, dass der Körper in einem gleichbleibenden Verhältnis bestimmte Nährstoffe täglich braucht. Doch bei einem System im Ungleichgewicht kommt es häufig vor, dass nur bestimmte Nährstoffe in pharmakologischer Dosierung gebraucht werden. Hier ist das zusätzliche arbeiten mit Nährstoffen in physiologischer Dosierung oft ein „Kunstfehler“.

Beispiele: Lebertran ist ein hervorragender Lieferant an Vitamin A und D. Es liegen hier Vitamin D und A in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander vor, ähnlich wie sie im Körper auch vorherrschen sollten. Herrscht jedoch ein ausgesprochener Vitamin A Mangel vor (wie bei 90% aller getesteten Patienten), ist die Gabe von Vitamin D kontraindiziert. Hier muss isoliert Vitamin A gegeben werden. Ähnlich ist es mit dem Verzehr von Leber zur Deckung des Zinkbedarfs in etwa. Leber enthält zusätzlich auch viel Kupfer. Doch viele Patienten haben bereits einen Kupferüberschuss und sollten daher isoliert Zink zu sich nehmen.

Dass Nährstoffmängel bestehen, ergibt sich bereits zwingend aus den obigen Darstellungen. Glücklicherweise lassen sich diese aber auch noch objektivieren:

  • Im Blut kann man ganz akute Versorgungslücken ausmachen. Chronische Versorgungslücken kann man im Blut jedoch nicht ermitteln, da das Blut immer das letzte ist, was entgleist (daher bringt auch eine Vollblutanalyse keinen weiteren Aufschluss). Das Blut holt sich aus dem Gewebe so lange Nachschub an Nährstoffen, bis nicht mehr viel da ist. Im Gewebe werden dann auch Schwermetalle und andere Toxine abgelagert, die im Blut nicht mehr sichtbar sind. Fehlen Nährstoffe bereits im Blut, handelt es sich entweder um eine Elektrolytentgleisung, die aufgrund akuter Geschehen hervorgebracht wurde (Unfall, Schock) oder um fortgeschrittene Nährstoffmängel.
  • Im Gewebe kann man chronische Nährstofflücken sehr gut durch eine Haarmineralanalyse belegen, da die Haare ein guter Indikator für die Nährstoffbestände im Gewebe sind. Unter anderem deswegen verwende ich die Haarmineralanalyse als die Basis meiner Behandlung. Denn Ernährung ist die Basis des Lebens. Ohne Basis bringen auch andere Maßnahmen nicht wirklich viel.

Wie lange muss ich Nahrungsergänzung nehmen?

Wenn Sie die obigen Ausführungen gelesen haben, werden Sie die Antwort auf diese Frage erahnen: Für immer!

Was sich verändert ist die Dosierung!

Nährstoffmängel und metabolischer Stress hängen sehr eng mit einander zusammen. Stress ist der Triggerpunkt ALLER hormoneller Probleme. Der Stoffwechsel, der maßgeblich von einem Gleichgewicht des Haushaltes an Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen abhängt (um damit Toxine und Schwermetalle auszugleichen), ist der „Chef“ des Hormonhaushaltes. Denn ohne Nährstoffe machen Reparaturprozesse und Fortpflanzung evolutionsbedingt keinen Sinn, die Hormone verschalten sich in den Stressstoffwechsel.

Demnach muss der Patient so lange Nahrungsergänzung in pharmakologischer Dosierung einnehmen, bis die Nährstofflücken geschlossen (und die Schwermetalle ausgeleitet) sind.

Leider muss ich dazu sagen, dass ich noch KEINEN EINZIGEN Menschen gesehen habe, der ein völlig ausgeglichenes Nährstoffprofil aufweist (was ich mittels Haarmineralanalyse ermittle). Selbst Menschen, die sich sehr gut und vollwärtig ernähren, sind von Nährstoffmängeln betroffen. Allerdings, meist in geringerem Ausmaß als solche, die sich schlecht ernähren.

Die Dauer der pharmakologischen Nahrungsergänzung hängt also einerseits von der Schwere der Nährstoffmängel ab.

Hinzu kommt, dass Stress von innen und außen dafür sorgt, dass Nährstoffe für das „Tagesgeschehen“ verwendet werden und nicht um Nährstoffmängel zu beseitigen.

Daher ist es während der Behandlung so wichtig „Stressoren“ im Leben des Patienten auszuschalten. Dieser Punkt kann gar nicht genug betont werden. Jeder Stressor, egal ob Ärger bei der Arbeit, Hunger, ein fehlerhaftes Verdauungssystem (Intoleranzen), Schlafmangel, Viruserkrankungen, Alkohol, Schwermetalle etc. raubt Ihnen Mineralstoffe und Vitamine!

Hier ein typisches Beispiel eines Profils mit mittelschweren Nährstoffmängeln:

Beispiel Haarmineralanalyse Verisana

In dieser Haarmineralanalyse finden sich folgende Nährstoffmängel:

  • Natrium
  • Kalium
  • Zink
  • Phosphor
  • Mangan
  • Bor
  • Molybdän
  • Germanium

Darüber hinaus findet sich ein Überschuss/Schwermetallbelastung an:

  • Kalzium
  • Kupfer
  • Eisen
  • Kobalt
  • Wismut
  • Nickel
  • Strontium
  • Zinn
  • Zirkonium

Durch Nahrungsergänzung in pharmakologischen Dosen (den Tagesbedarf zu ergänzen reicht hier einfach nicht mehr) geht es nun darum die Mängel an Nährstoffen aufzufüllen und die Überschüsse auszuleiten.

Kalium und Natrium können sich sehr schnell auf oder ab „bewegen“. Phosphor und Molybdän eher langsam. In diesem Profil zeigt sich kein Magnesiummangel wie in den meisten anderen Profilen. Zink und Magnesium gehören bei den meisten Patienten zu den Mineralen, die sich am schwersten auffüllen lassen.

Nun gibt es in Bezug auf das Kalzium pauschale Erfahrungswerte, wie schnell dieses ausgeleitet werden kann. Man sagt ca. 100 Anteile in 3 Monaten. Nun handelt es sich hier um eine junge Frau, wodurch dies vielleicht noch etwas schneller gehen kann. Bei Kupfer ist die Prognose schon schwieriger. Denn Kupfer versteckt sich gerade bei hohen Kalziumwerten (der Hauptschuldige am langsamen Stoffwechsel hier) im Gewebe, sodass wir es jetzt noch nicht sehen können. Cobalt kann sich manchmal sehr schnell senken, in anderen Fällen braucht es Monate. Die Schwermetalle im grünen Bereich senken sich meist bereits nach 3 Monaten.

Das oben gesagte gilt allerdings nur dann, wenn der Patient sich an die Begleitmaßnahmen hält und wenn auch andere etwaige Heilungshindernisse beachtet und beseitigt werden!

Typische Heilungshindernisse auf dem Weg zu einem ausgeglichenen Nährstoffhaushalt sind:

  • Der Patient kann oder will die Nahrungsergänzung in der von mir empfohlenen Menge nicht einnehmen.
  • Es bestehen Infektionen im Körper. Bei dem langsamen Stoffwechsel sind dies meist Viruserkrankungen und intrazelluläre Bakterien.
  • Der Patient hält sich nicht an die Ernährungsvorgaben:
    • Der Patient ißt entweder zu viel oder zu wenig Kohlenhydrate
    • Der Patient ißt nicht genug Eiweiß
    • Der Patient ißt zu wenig Gemüse
    • Der Patient verzichtet nicht auf Milchprodukte, Zucker und Gluten
    • Der Patient verzichtet nicht auf Alkohol
    • Der Patient nimmt mit mir nicht abgesprochene Nahrungsergänzung ein, z.B. Vitamin D
  • Der Patient stellt seine Lebensgewohnheiten nicht um, treibt zu viel Sport, hält keine Ruhephasen ein etc.
  • Der Darm des Patienten nimmt die Nahrungsergänzung nicht auf.
  • Die Entgiftung des Patienten gerät durch eine Überladung der Ausscheidungsorgane ins Stocken (Leber, Niere, Lymphe, Haut).
  • Der Patient hat mehr „versteckte“ Schwermetalle als vorher angenommen.

Da gerade eine Überladung der Entgiftungsorgane und ein überlastetes Immunsystem (Viren und Bakterien) ein häufiges Problem bei der Therapie der Hormone sind, kann sich der Ausgleich eines solchen Profils auch bis zu 3 Jahren hinziehen.

DENN:

Ein gestörtes Hormonsystem ist eine unspezifische Antwort des Körpers auf Stress!

Dabei ist es zunächst einmal unerheblich, ob jemand z.B. mit Regelbeschwerden 2 oder 20 Baustellen hat, die den Körper im metabolischen Stress halten. Sicher kann man sagen, dass ein Mensch mit vielfältigen Symptomen im Gegenzug zu jemand mit „nur“ Regelbeschwerden eher mehr als weniger Baustellen hat. Aber nicht immer kann man die Anzahl der Baustellen bereits am Anfang der Therapie abschätzen.

Das Hormonsystem kommt erst dann wieder in die Balance, wenn ALLE Baustellen abgearbeitet sind. Gesunde Ernährung und Nahrungsergänzung sind eine wichtige aber oft nicht die einzige Baustelle eines Menschen mit Hormonstörungen. Und nicht immer kann man bereits am Anfang der Therapie das Ausmaß der Baustellen überblicken.

Demnach gilt zunächst einmal, dass Patienten so lange Nahrungsergänzung in pharmakologischen Dosen einnehmen sollten, bis ihr Profil ausgeglichen ist (was manchmal Jahre dauern kann) oder bis sie mit ihrem Befinden zufrieden sind. 

Überprüft wird der Verlauf der Nährstoffversorgung und der Schwermetallbelastung durch regelmäßige Neutests mittels Haarmineralanalyse. Diese Neutestung erfolgt jede 3-6 Monate. Bis zur nächsten Testung gilt die empfohlene Dosierung an Nahrungsergänzung und die dazu gehörigen Begleitmaßnahmen (es sei denn, es treten Probleme auf). Auf diese Weise werden Überdosierungen vermieden.

Lesen Sie hier, warum die Energieproduktion auf Zellebene nicht stattfinden kann, wenn die Zelle nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt ist.

Ein paar Anmerkungen zu der von mir verwendeten Nahrungsergänzung und Haarmineralanalyse:

  • Ich arbeite mit der Haarmineralanalyse von Verisana (Trace Elements), weil diese in Deutschland einzigartig ist. Ich kann durch diese nicht nur Nährstoffmängel und Schwermetallbelastungen erkennen (wie bei jeder anderen Haarmineralanalyse auch), sondern auch den Zustand des Stoffwechsels ermitteln wie:
    • Schilddrüsenfunktion
    • Nebennierenfunktion
    • Geschlechtshormonfunktion
    • Verhältnis des Sympathikus/Parasympathikus (Nervensystem)
    • Funktion von Leber und Niere
    • Energielevel/Energieempfinden
    • Fähigkeit des Körpers Kohlenhydrate zu verarbeiten
    • Mitochondriopathien
    • Sauerstofftransport
    • Entzündungsneigungen
    • uvm
  • Ich arbeite mit Nahrungsergänzung von Verisana (Trace Elements) weil sie sich im Preis-Leistungsverhältnis als optimal herausgestellt hat. Ich habe schon sehr viele Produkte ausprobiert und mich am Ende dazu entschieden mit den Produkten zu arbeiten, die zur Haarmineralanalyse konzipiert wurden, weil ich damit die besten Erfahrungen gemacht habe.
  • Ich bekomme weder für die Haarmineralanalyse noch die Empfehlung von Produkten eine „Empfehlungsprovision“. Dies ist in der Gesundheitsbranche durchaus üblich. Verisana arbeitet von Haus aus nicht mit Provisionen. Mit Firmen, die im Direktmarketingvertrieb arbeiten, arbeite ich nicht zusammen. Sollte ich doch einmal mit Firmen zusammen arbeiten, die Heilpraktikern Empfehlungspauschalen geben, handle ich für meine Patienten Rabatte aus. Ich möchte mit Nahrungsergänzung schlicht und einfach nichts verdienen. Ich zahle selber meine Nahrungsergänzung und auch meine Laboranalysen.
  • Die von mir empfohlene Nahrungsergänzung enthält teilweise tierische Produkte (Drüsen).
  • Ich arbeite ergänzend mit Nahrungsergänzungsmitteln, die nicht immer in Apotheken erhältlich sind und teilweise aus dem Ausland bezogen werden müssen. Gibt es eine Alternative, gebe ich dieses an. Manchmal sind Apothekenprodukte einfach teurer. Selbstverständlich achte ich bei der Auswahl meiner Empfehlungen auch auf Qualität. Das Preis-Leistungs Verhältnis muss stimmen.
  • Bis zum Ausgleich der Nährstoffmängel sollte man mit einem monatlichen Budget für Nahrungsergänzung in Höhe von 150-200 Euro rechnen (pharmakologische Dosierung). Reine Nahrungsergänzung im physiologischen Sinn kann natürlich wesentlich günstiger sein. Diese kommt jedoch erst später zum Einsatz.