Multiple Chemikaliensensitivität und Hormone

MCS- ein komplexes Thema

Multiple Chemikaliensensitivität (engl. multiple chemical sensitivity), auch MCS abgekürzt, und Hormone sind eng verwoben. Hormonprobleme begünstigen MCS und umgekehrt.

Die eigentliche Ursache einer multiplen Chemikaliensensitivität liegt in einer mangelhaften Entgiftungskapazität der Leber, Niere und anderer Organe. Eine Entgiftungsstörung findet sich grundsätzlich bei einem langsamen Stoffwechsel vor, der wiederum meist mit einer Unterfunktion von Schilddrüse und Nebennieren einhergeht. Auch eine Östrogendominanz ist dann meist eine natürliche Folge. Dementsprechend gibt es bei MCS auch immer „primäre“ Symptome sowie „sekundäre“ Symptome, wobei die sekundären Symptome meist eine Folge der eigentlichen Chemikaliensensitivität sind und oft Zeichen von Hormonproblemen sind.

Primäre Symptome:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf manchmal geringste Spuren von Chemikalien in der Luft, z.B. Autoabgase, Lösungsmittel aber auch (künstliche) Parfüme.
  • Überempfindlichkeit auf Kontakt von Chemikalien mit der Haut, z.B. Putzmittel, Kosmetika, Kleidung.
  • Überempfindlichkeit auf Nahrungsmittelzusatzstoffe.
  • Nahrungsmittelintoleranzen und Allergien auf Nahrungsmittel.

Auswirkungen der Überempfindlichkeit:

  • Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Kopfnebel
  • Atemnot/Asthma
  • Allergische Reaktionen (Schwellung der Schleimhäute)
  • Muskelschmerzen
  • Ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Extreme Erschöpfung
  • Eventuell Hautausschläge
  • Durchfälle, Reizdarmsyndrom
  • Brennen, Kältegefühle, Nervenschmerzen

Sekundäre Symptome:

  • Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion, meist Schilddrüsenunterfunktion, in wenigen Fällen auch Schilddrüsenüberfunktion
  • Erschöpfung der Nebennieren, meist einhergehend mit einem Kortisolmangel, in einigen Fällen aber auch Kortisolüberschuss
  • Östrogendominanz
  • Adrenalinüberschuss

Auswirkungen der sekundären Symptome auf den Körper

  • Herzrasen, Herzrhythmusstörungen (Adrenalin)
  • Schwindel (Kortisol)
  • Bluthochdruck (Adrenalin, Kortisol)
  • schwere Schlafstörungen (Störungen der Kortisolkurve)
  • Gereiztheit (Adrenalin, Kortisolmangel)
  • Depression (Nebennierenerschöpfung, Schilddrüsenunterfunktion)
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS) (Östrogendominanz)
  • Chronische Erschöpfung (Nebennierenerschöpfung, meist Schilddrüsenunterfunktion)
  • Infektanfälligkeit (Nebennierenerschöpfung)

Die langwierige Therapie einer Multiplen Chemikaliensensitivität

Die Therapie einer multiplen Chemikaliensensitivität ist äußerst kompliziert und langwierig. Sie erfordert von den Betroffenen großes Durchhaltevermögen und die Bereitschaft „Heilungskrisen“ zu durchstehen.

Während Heilungskrisen auch bei nicht Betroffenen durchaus vorkommen können, so sind sie bei einem von MCS betroffenen fast unabdingbar. Denn jede Therapie, die auch „etwas bewirkt“ führt zu einem Energiezuwachs im Körper. Dieser führt automatisch zu einer Entgiftungsreaktion. Doch bei einem von MCS Betroffenen sind die Entgiftungsorgane blockiert.

Somit führen eigentlich fast alle Entgiftungsmaßnahmen zunächst zu einer Verschlechterung des Zustandes. Selbst Fußbäder in Basensalz können so zur Bettlägerigkeit führen. Dringend benötigte Mikronährstoffe wie Magnesium und Kalzium werden nicht vertragen, auch Infusionen mit entgiftenden Substanzen wie Vitamin C oder Glutathion können problematisch sein.

Hormone führen immer zu einem Energiezuwachs des Körpers, weswegen die Hormonersatztherapie bei einem von multipler Chemikaliensensitivität betroffenen Patienten kontraindiziert ist, auch wenn der Patient diese objektiv „gebrauchen“ könnte. Hormone wirken bei einem von MCS Betroffenen wie Starkstrom durch ein Haus mit maroden Leitungen.

Die Therapie der multiplen Chemikaliensensitivität muss daher äußerst behutsam und langsam erfolgen.

Co-Faktoren einer multiplen Chemikaliensensitivität

Eine MCS tritt meist nicht alleine auf. Neben Störungen der Hormone, sind auch andere Faktoren für die Schwächung des Körpers mitverantwortlich, die irgendwann zu einem Zusammenbruch des ganzen Systems führen:

Tipps für Betroffene

  • Betroffene müssen sich auf einen langwierigen Heilungsverlauf von 1 bis 5 Jahren einstellen. Dabei kann gerade das erste Jahr von vielen Heilungskrisen gekennzeichnet sein. Diese lassen sich im Fall von MCS nicht vermeiden. Auch wenn der Patient nach vielen Jahren des Leidens endlich wieder leistungsfähig sein möchte- die Wahrscheinlichkeit, dass es erst einmal schlechter wird ist durchaus real. Viele Patienten geben an dieser Stelle auf und verbauen sich so den Weg zu einer langsamen Verbesserung ihres Zustandes.
  • Es muss mit winzigen Mengen an Nahrungsergänzung angefangen werden. Der Patient sollte dabei selbständig bis zu der Dosis „hochgehen“, die keine oder minimale Symptome verursacht und diese Dosis eine Weile nehmen. Es sollte regelmäßig aber nicht zu früh probiert werden die Dosis zu steigern.
  • Der Betroffene sollte Körperorientierte Psychotherapien machen in denen es um den Ausdruck von Emotionen, besonders Wut und Aggression ist. Dies ist oft ein wesentlicher Faktor bei der Genesung von MCS!
  • In einigen Fällen war das Nervensystem des Patienten schon vor dem Einsetzen des MCS betroffen. Persistierende frühkindliche Reflexe und Traumata sorgen oft im Vorfeld für eine Schwächung des Hormonsystems, welche dann zur mangelnden Entgiftung führt.
  • Das Immunsystem sollte unbedingt spezifisch gelenkt werden. Infektionen sowie eine auto-Immunität müssen gesonders behandelt werden. Eine gute Art dies zu tun ist die Mikroimmuntherapie. In vielen Fälllen ist diese Therapie für einige Monate die primäre Therapie.
  • Hormonersatztherapien, auch mit naturidentischen Hormonen, sollten vermieden werden.
  • Typische Entgiftungstherapien wie Chelattherapien sollten erst erfolgen, wenn der Patient sich insgesamt weniger erschöpft fühlt, da der Betroffene auf diese meist zu heftig reagiert.
  • Auch Infusionen mit Mikronährstoffen (Protokollösungen, Glutation, hochdosiertes Vitamin C) sollten nur in Absprache mit einem Therapeuten erfolgen, der sich mit MCS auskennt. In der Regel kommen diese erst zu einem späteren Zeitpunkt der Therapie zum Einsatz.
  • Betroffene reagieren oft zu empfindlich auf „energetische“ Behandlungsmaßnahmen wie Homöopathie, Bioresonanz, Akupunktur etc., sodass diese Maßnahmen zunächst sehr vorsichtig (z.B. durch homöopathische Tiefpotenzen) oder gar nicht erfolgen sollten.
  • Eine mangelnde Entgiftungsfähigkeit ist das größte Problem eines MCS Betroffenen. Oft ist diese genetisch bedingt. Das bedeutet, dass ein MCS Betroffener ein Leben lang Toxine meiden sollte und aktive Entgiftung betreiben muss.
  • Da Patienten mit MCS besonders behutsam aber gründlich entgiftet werden müssen, benötigt man für diese Patienten besondere Nahrungsergänzung etc. Damit können die Kosten einer Therapie sich auch auf 300-400 Euro monatlich nebst meiner Honorare belaufen. Ich selber nehme nur Patienten mit MCS an, die bereit sind sich auch auf die Mitbehandlung der oben genannten Co-Faktoren einzulassen.