Progesteronmangel-häufige Behandlungsfehler

Progesteronmangel trotz natürlichem Progesteron, Progestogel, Utrogest und Co.

Progesteronmangel, die Kehrseite der Östrogendominanz, kann trotz einer Behandlung mit naturidentischen Hormonen wie Progestogel, Utrogest oder anderen Hormonpräparaten fortbestehen.

Symptome eines Progesteronmangels machen sich häufig in der zweiten Zyklushälfte der Frau als PMS (Prämenstruelles Syndrom) oder Regelbeschwerden bemerkbar. Bei Kinderwunsch ist der Progesteronmangel ein Hindernis für die Befruchtung, selbst wenn der Eisprung stattgefunden hat. In der Schwangerschaft kann ein Progesteronmangel zu einem Abort führen weil entweder die Eierstöcke oder die Plazenta (ab dem 3. Schwangerschaftsmonat) nicht ausreichend Progesteron herstellen können. Doch neben diesen „klassischen“ Symptomen eines Progesteronmangels, finden sich noch viele weitere Stoffwechselvorgänge, die durch Progesteron günstig beeinflusst werden, bzw. bei Östrogendominanz gestört sind (mehr dazu hier).

Doch warum bleibt ein Progesteronmangel selbst bei einer Behandlung mit Progesteron oft weiter bestehen? Die Antwort lautet, kurz gesagt, dass der Progesteronmangel isoliert betrachtet wird und nicht im Gesamtzusammenhang des Stoffwechsels und der Hormone.

Die häufigsten Behandlungsfehler

  • Es handelt sich bei dem eingenommenen Medikament nicht um naturidentisches Progesteron sondern um andere, im Labor veränderte, Gestagene. Wenn in der Inhaltsangabe des Medikaments Progesteron auftaucht, so ist auch welches drinnen. Bei anderen Inhaltsstoffen wie Etonogestrel, Progestine etc. handelt es sich nicht um naturidentisches Progesteron. Nicht naturidentisches Progesteron bewirkt langfristig immer eine Östrogendominanz, weil es die Rezeptoren für das naturidentische und körpereigene Progesteron blockiert.
  • Es wird zusätzlich zum Progesteron auch noch eine Form des Östrogens eingenommen (Östradiol, Östriol, Östron). Selbst naturidentisches oder natürliches Östrogen (z.B. aus Phytoöstrogenen) sollte bei einem Progesteronmangel nicht zusätzlich eingenommen werden.
  • Der Patient ist verstärkt Umweltöstrogenen ausgesetzt (Xenoöstrogene), z.B. aus Kosmetika (Parabene), Haarfarben, Druckerfarben, Pestiziden etc.
  • Der Progesteronmangel wird nicht im Zusammenhang mit den anderen zwei „großen“ Hormonsystemen behandelt. Bei Schilddrüsenerkrankungen oder Nebennierenerschöpfung kann der Progesteronmagel nicht behoben werden. Die Geschlechtshormone, zu denen auch Progesteron gehört, sind „Trittbrettfahrer“ des Hormonsystems. Das Gleichgewicht zwischen Schilddrüse und Nebennieren bestimmt, ob der Körper im metabolischen Stress ist (aus Sicht des Körpers droht dann immer Hungersnot). Im metabolischen Stress stellt der Körper die Fortpflanzungsfähigkeit irgendwann ein. Dies geschieht durch eine Veränderung des Verhältnisses zwischen Progesteron und Östrogen (Östrogendominanz).
  • Das Progesteron wird oral aufgenommen. Durch den Magen geht ein Großteil des Progesterons verloren, weil es verdaut wird, bevor es ins Blut kommt. Eine Einnahme durch die Haut oder durch die Schleimhäute führt zu weniger „Verlusten“.
  • Es wird bei der Hormonersatztherapie nicht darauf geachtet ob das Progesteron auch wirklich in die Zellen gelangt. Nur bei einem stabilen Blutzucker kann Progesteron in die Zellen geschleust werden. Bei Unterzuckerung ist Progesteron praktisch wirkungslos. Schließlich macht eine Fortpflanzung bei Hungersnot keinen Sinn.
  • Es wird nicht berücksichtigt, dass Progesteron sich auch in Hormone wie Kortisol oder Östrogen verwandeln kann. Dies geschieht regelmäßig bei metabolischem Stress. Da kann man von außen Progesteron zuführen wie man will, es wird im Körper einfach nicht Progesteron bleiben!
  • Die Rezeptoren sind noch durch eine vorherige Einnahme von künstlichen Gestagenen besetzt. Nach dem Absetzen der „Pille“ oder anderen Hormontherapien mit künstlichem Progesteron sind manchmal die Rezeptoren noch eine Weile besetzt, sodass das körpereigene Progesteron nicht „andocken“ kann.
  • Es wird nicht berücksichtigt, dass der Körper für ein Milieu welches generell der Fortpflanzung zuträglich ist ausreichend mit Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten versorgt werden muss. Über die tatsächlichen Mengen, die der Körper benötigt um ein gesundes Hormonsystem zu erhalten, herrscht oft Unwissen (mehr dazu hier).
  • Hormonstörungen sind oft nur die Symptome eines gestörten Stoffwechsels. Schwermetallbelastungen (besonders bei Progesteronmangel ist das häufig Kupferüberschuss) und Nährstoffmängel führen zu einer mangelhaften Energieproduktion (Mitochondriopathien). Diese führt automatisch zu einer Verschiebung des Verhältnisses von Östrogen und Progesteron.