Unterzuckerung und Nebennierenerschöpfung

Unterzuckerung die Wurzel aller Hormonprobleme!

Unterzuckerung (Hypoglykämie) ist die unerkannte Ursache aller Hormonprobleme, insbesondere der Nebennierenerschöpfung. Während aus der Unterzuckerung selber Beschwerden entstehen, so ist sie zusätzlich auch die Wurzel vieler Erkrankungen.

Es muss bei der Unterzuckerung zwischen einer Unterzuckerung auf zellulärer Ebene und einer Unterzuckerung auf der Ebene des Blutes unterschieden werden. Beides führt zu Hormonproblemen. Eine Unterzuckerung auf Zellebene führt früher oder später durch hormonelle Entgleisungen auch zur Unterzuckerung auf Blutebene.

Unterzuckerung auf Zellebene

Die Energieproduktion des Körpers findet auf Zellebene statt. Steht dem Körper genug Sauerstoff zur Verfügung, geschieht dies in den Mitochondrien, einem Zellorgan, statt. Im Idealfall werden dort aus einem Molekül Glukose, auch Glucose genannt, (Zucker) 36 ATP hergestellt. ATP ist die sogenannte „Energiewährung“ des Körpers. Durch ATP wird Energie gespeichert und transportfähig gemacht. Zwar kann der Körper im Notfall auch aus Fetten und Eiweißen seine Energie beziehen, doch der ursprüngliche Energiegewinnungsweg führt über eine Umwandlung von Zucker in Wärme und Energie statt. Unterzuckerung auf Zellebene entsteht demnach immer dann, wenn entweder keine Glukose da ist oder wenn die Glukose nicht in die Zellen eindringen kann.

Gründe für eine Unterzuckerung auf Zellebene:

  • Mangel an Kohlenhydraten aus der Nahrung
  • Insulinresistenz (auch Diabetes Typ 2)- die meisten Zellen brauchen Insulin um Zucker in die Zellen zu schleusen
  • Unfähigkeit der Zellen Kohlenhydrate zu verarbeiten- Eine Beeinträchtigung der Mitochondrien (Mitochondriopathien) führen zu einer Unfähigkeit des Körpers aus Glukose Energie herzustellen. Gründe für Mitochondriopathien sind Schwermetallbelastungen, Infektionen, Mikroentzündungen, Nährstoffmängel und hormonelle Störungen u.a.
  • Mangel an Sauerstoff

Unterzuckerung auf Blutebene

Der Körper hat drei Möglichkeiten seinen Blutzuckerbedarf zu decken, indem er den aus der Nahrung aufgenommenen Zucker (oder aus der Spaltung von Kohlenhydraten) direkt ins Blut schickt, indem er auf „Zuckerreserven“ in Muskeln und der Leber zurückgreift (Glykogenspeicher) oder indem er aus Proteinen (Eiweiß) oder indirekt aus Fetten neuen Zucker herstellt (Gluconeogenese). Dabei ist die Gluconeogenese nur unter Aufwendung von Stresshormonen möglich und somit nicht der direkteste und gesündeste Weg der Energiegewinnung.

Gründe für eine Unterzuckerung auf Blutebene:

  • Mangel an Kohlenhydraten aus der Nahrung
  • Überschuss an Stresshormonen (verhindern den Aufbau an Glykogenspeichern)
  • Verzehr zu großer Mengen an Kohlenhydraten/Zucker: durch eine hohe Insulinausschüttung gelangt Zucker zu schnell in die Zellen, sodass im Blut nichts mehr verbleibt (reaktive Hypoglykämie)
  • Mangel an Eiweiß oder Fetten in der Ernährung, welche für eine langsamere Aufnahme der Kohlenhydrate im Darm sorgen

Damit hängen auf Blutebene Unterzuckerung und Überzuckerung oft eng zusammen. Das Ergebnis sind Blutzuckerschwankungen. Hohe und niedrige Blutzuckerwerte wechseln sich ab. Hohe Blutzuckerwerte können langfristig zu einer Abdichtung der Zellen dem Zucker gegenüber führen (Insulinresistenz). Hohe Blutzuckerwerte haben auch einen direkt schädlichen Einfluss auf die Blutgefäße, wodurch praktisch jedem Organ im Körper durch deren Zerstörung Schäden drohen.

Typische Symptome einer Unterzuckerung

  • Grundlose Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen bis zur Panikattacke (durch Adrenalinstoß)
  • Schwindel, duseliges Gefühl
  • Konzentrationsschwäche
  • Jeeper auf Kohlenhydrate und/oder Süßigkeiten, Heißhunger
  • Plötzliche Schweißausbrüche, Hitzewallungen (durch Adrenalinstoß)
  • Häufiges Urinieren (auch ohne vermehrtes Trinken)
  • Plötzliche Schwächeanfälle
  • Nächtliches Erwachen, bzw. Schlafstörungen
  • Bei sehr erschöpften Nebennieren auch Zittern, wenn länger nichts gegessen wird

Je schwächer die Nebenniere des Betroffenen ist, desto heftiger werden sich Symptome der Unterzuckerung einstellen. In vielen Fällen versuchen Betroffene dann die Symptome mit Stimulanzien wie Kaffee, Alkohol, Zigaretten oder Drogen „weg“ zu drücken, bzw. nicht zu fühlen. Besonders häufig erfolgt dann auch der Griff zu Süßigkeiten oder großen Kohlenhydratmengen. Doch leider verstärken diese Maßnahmen die chronische Unterzuckerung mittel- und langfristig noch mehr. Und dann drohen weitere gesundheitliche Folgen.

Weitere gesundheitliche Folgen der chronischen Unterzuckerung auf die Hormone und den Stoffwechsel

  • Verlangsamung des Grundumsatzes durch die Mitochondriopathie: Neigung zur Gewichtszunahme, Verlangsamung der Entgiftungsfunktion, schnelleres Altern.
  • Schilddrüse: Drosselung der Gesamtauschüttung von Schilddrüsenhormonen, Unzureichende Umwandlung des Thyroxins (T4) in das aktivere Trijodthyronin (T3)- hierdurch minimiert sich auch der Nutzen einer Hormonersatztherapie durch L-Thyroxin.
  • Nebennieren: Müssen den Blutzuckermangel ausgleichen, wodurch mittelfristig eine Nebennierenerschöpfung eintritt.
  • Insulin: Insulinresistenz ist unmittelbar mit einer erhöhten Kortisolausschüttung vergesellschaftet. Hohe Insulinausschüttungen durch zelluläre Unterzuckerungsmechanismen führen langfristig zu einer Insulinresistenz.
  • Geschlechtshormone: Progesteron z.B. kann nur in die Zellen gelangen, wenn der Blutzucker stabil ist. Hormonersatztherapien bleiben somit bei chronischer Unterzuckerung wirkungslos.
  • Bei einem gestörten Glukosestoffwechsel verlagert sich Kalzium aus den Knochen und Zähnen ins Gewebe. Dort sorgt es für Verkalkungen (Gallensteine, Nierensteine, Überbeine, Arterienverkalkung, Haarausfall, Gelenksteifigkeit) u.a., in den Knochen und Zähnen fehlt es jedoch fortan (Osteoporose, Karies). Im Gewebe gelangt Kalzium auch in die Zellen. Intrazelluläres Kalzium sorgt für eine Reduktion der Anzahl an Mitochondrien in der Zelle.

Unterzuckerung kann man gut behandeln. In der Regel ist es notwendig die Balance des Stoffwechsels und der Hormone wieder herzustellen.

Unerlässlich ist im Rahmen der Behandlung von Unterzuckerung auch die Änderung der Ernährungsgewohnheiten:

  • Auf Zucker (auch aus Obst) sollte für eine Weile verzichtet werden. Ähnliches gilt für „schnelle“ Kohlenhydrate wie Weißmehlprodukte.
  • Mit den 3 großen Mahlzeiten sollte neben Kohlenhydraten auch Fett und Eiweiß (täglich mindestens 75 Gramm reines Eiweiß) verzehrt werden.
  • Es sollten keine großen Kohlehydratportionen auf einmal verzehrt werden. Die Gesamtmenge der täglichen Kohlenhydrate sollte auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilt werden (um Insulinschübe zu vermeiden).
  • Es sollte auf Alkohol verzichtet werden. Alkohol ist nichts anderes als konzentrierte Kohlenhydrate und in Bezug auf eine Unterzuckerung schlimmer als der Konsum reinen Zuckers.
  • Es sollte auf Kaffee verzichtet werden. Kaffee hilft dem Körper zwar kurzfristig Zucker in die Zellen zu schleusen. Sehr schnell entsteht dann aber im Körper ein „Blutzuckerloch“. Dieses wird entweder mit Zucker, weiterem Kaffee oder den Nebennieren kompensiert. Es findet auf diese Weise eine übermäßige Belastung der Nebennieren statt, was zur Nebennierenerschöpfung führt.
  • Es sollte niemals auf Mahlzeiten verzichtet werden. Selbst dann, wenn man subjektiv keinen Hunger hat. Fehlendes Hungergefühl deutet auf eine Überaktivität der Nebennieren hin.