Männer und Östrogendominanz / Progesteronmangel

Bei Männern wird das Problem der Östrogendominanz/des Progesteronmangels häufig unterschätzt. Die Östrogendominanz entsteht generell dadurch, dass das Östrogen im Verhältnis zum Progesteron im Menschen ungünstigen zueinander stehen. Das Verhältnis von Östrogen zu Progesteron ist dabei oft wichtiger als die absolute Konzentration des Hormons im Körper.

Bei zuviel Östrogen und zu wenig Progesteron im Verhältnis (ideal ist bei Männern das Verhältnis von 1:30 im Gegensatz zum Verhältnis von 1:100 bis 200 bei Frauen) „verweiblichen“ Männer geradezu!

Verweiblichung

Im Einzelnen könnten folgende Symptome der Östrogendominanz/des Progesteronmangels spezifisch bei Männern auftreten:

  • Potenzprobleme
  • Geringere Libido
  • Gynäkomastie (Männerbrüste)
  • Fettansammlungen am Bauch (in Verbindung mit Cortisol)
  • Mangelnde Durchsetzungsfähigkeit/nah am Wasser gebaut sein

Weitere Symptome und Gefahren der Östrogendominanz/des Progesteronmangels für beide Geschlechter finden Sie hier.

Sowohl Östrogen als auch Progesteron sind damit nicht ohne Grund als „Frauenhormone“ bekannt. Östrogen triggert bei Frauen die Entwicklung der Geschlechtstmerkmale in der Pubertät und reguliert den weiblichen Zyklus. Progesteron ist der „Gegenspieler“ des Östrogens im weiblichen Zyklus und erhält im Falle einer Befruchtung die Schwangerschaft. Das heißt aber nicht, dass Östrogen und Progesteron im männlichen Körper nicht auch eine positive Rolle spielen. Östrogen ist u.a. an der Reifung der Spermien beteiligt. Progesteron hingegen ist hauptsächlich dazu da, als Gegenspieler des Östrogens dafür zu sorgen, dass nicht zuviel Östrogen im Körper des Mannes vorhanden ist. Denn Östrogen ist auch ein Gegenspieler des Testosterons!

Testosteron als DAS männliche Hormon triggert im Körper des Mannes z.B. die Entwicklung der Geschlechtsorgane in der Pubertät, sorgt für den Stimmbruch, ein männliches Körperbehaarungsmuster etc. Auch später noch ist Testosteron wichtig für den männlichen Geschlechtstrieb, die Fruchtbarkeit und sogar geschlechtertypisches Verhalten. Mit anderen Worten: bei zuviel Östrogen kann Testosteron seine Rolle im männlichen Körper nicht ausführen.

Wie entsteht also die Östrogendominanz?

Frauen stellen Östrogene durch zwei verschiedene Wege her. Einmal wird Östrogen in den Eierstöcken hergestellt, indem aus dem Prohormon Pregnenolon in verschiedenen Syntheseschritten Östrogen entsteht. Als zweite Möglichkeit können Östrogene über die sogenannte „Aromatisierung“ hergestellt werden (ein enzymatischer Prozess). Dieser Prozess findet außerhalb der Eierstöcke statt und kann sich in fast jeder Zelle vollziehen (besonders Fettzellen). In diesem Prozess wird Testosteron (welches Frauen in einem geringeren Maß als Männer brauchen, dennoch aber produzieren müssen) in Östrogen umgewandelt. Männern steht zur Produktion des Östrogens jedoch nur der zweite Weg zur Verfügung. Bei Männern findet die Aromatisierung nicht nur in den Geschlechtsdrüsen statt, sondern ebenfalls in anderen Zellen wie dem Fettgewebe.

Folgende Faktoren beschleunigen die Aromatisierung von Testosteron in Östrogen:

  • Zinkmangel
  • Konsum von Aromatasebeschleunigern in der Ernährung. Dazu zählt u.a. Alkohol, insbesondere auch das Bier. Dies enthält gleich 3 Östrogene Faktoren: Alkohol, Hopfen und Hefe.
  • Alter
  • Manche Pestizide
  • Entzündungen

Damit ist die Aromatasehemmung ein sehr wichtiges Prinzip in der Behandlung der männlichen Östrogendominanz/des Progesteronmangels. Diese kann u.a. durch die Gabe von Zink angestoßen werden sowie durch andere Ernährungsfaktoren.

Nicht zu vergessen ist auch die Wechselwirkung der Östrogendominanz/des Progesteronmangels mit anderen Hormonen außer dem Testosteron. Durch eine Östrogendominanz wird die Schilddrüsenfunktion vermindert und die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden verstärkt ausgestoßen. Damit gerät der Stoffwechsel als Ganzes aus dem Gleichgewicht. Auch Krebs wird durch eine Östrogendominanz/einen Progesteronmanel begünstigt. Denn Östrogene wirken immer durch Schwellung und Zellteilung. Wenn es beispielsweise um die Entwicklung der Geschlechtsmerkmale geht, ist dies erwünscht. Eine Vergrößerung der Prostata jedoch ist genau so wenig erwünscht wie die bösartige Entgleisung des östrogenen Prinzips, die dann Krebs genannt wird.