Hashimoto Thyreoiditis, Morbus Basedow und die „Pille“

Hashimoto Thyreoiditis, Morbus Basedow und die Pille stehen in einem häufig übersehener Zusammenhang. Auch andere Hormonbehandlungen können mit zu dem Ausbruch von Hashimoto Thyreoiditis und Morbus Basedow führen: Hormonspiralen, Wechseljahresbehandlungen, der Nuva Ring, Künstliche Befruchtung, Behandlung von PCOS etc.

Östrogendominanz

Grund für den Zusammenhang zwischen Pille, Hashimoto Thyreoiditis und Morbus Basedow ist, dass die Pille zwangsläufig zu einer Östrogendominanz führt. Die Östrogendominanz jedoch fördert einen entzündlichen Status des Körpers. Dies führt im Fall der Hashimoto Thyreoiditis und oft auch des Morbus Basedow zu einer autoimmunen Entzündung der Schilddrüse, im Fall des Morbus Basedow in der Regel zusätzlich einer weiter erhöhten Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol, gegen welche die Schilddrüse versucht mit einer reaktiven erhöhten Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen entgegen zu wirken. Beide Erkrankungen führen auf kurz oder lang jedoch zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Leider wird dieser Übergang von der reaktiven Überfunktion zu einer Schilddrüsenunterfunktion, häufig  mit Symptomen erhöhter Adrenalinausschüttung selten erkannt. Dadurch kann die Bahandlung dieser Erkrankungen oft nicht richtig erfolgen.

Wichtige Erwägungen bei Hashimoto Thyreoiditis und Morbus Basedow:

  • Antikörper bei Hashimoto Thyreoditis und Morbus Basedow sind nicht zwangsläufig eine Schicksalsdiagnose. Sie können durchaus wieder verschwinden, bzw. sich drastisch reduzieren-vorausgesetzt, die dahinter liegende Ursache wird erkannt und beseitigt
  • Die anfängliche Überfunktion bei Morbus Basedow und eventuell auch bei der Hashimoto Thyreoiditis sollten als Hilfeschrei und Stressantwort des Körpers verstanden werden, kurz bevor er in die Unterfunktion rutscht
  • Die Pille sowie andere Hormonersatztherapien sollten dringend abgesetzt werden und eine Östrogendominanz/ein Progesteronmangel korrigiert werden
  • Spätestens beim Auftreten von klinischen Symptomen der Unterfunktion sollte über den Ersatz von Schilddrüsenhormonen in physiologischer Weise nachgedacht werden, also mit dem Ersatz von T4 (Thyroxin) und T3, der aktiven Form. Ein gestresster Mechanismus ist oft nicht dazu in der Lage inaktiveres T4 in aktives T3 zu verwandeln, was wiederum die Nebennieren zu der Ausschüttung von Stresshormonen stimuliert
  • Hinterfragen Sie die Einnahme von Schilddrüsenhemmern wie Carbimazol kritisch. Viele Patienten nehmen diese auch dann noch ein, wenn sie längst Symptome der Unterfunktion zeigen
  • Denken Sie in größeren hormonellen Zusammenhängen und überprüfen Sie auch die Hormone der Nebenniere sowie die Geschlechtshormone
  • Betrachten Sie das Problem Hashimoto Thyreoiditis und Morbus Basedow ganzheitlich. In der Regel handelt es sich hierbei um eine Kombination mehrerer Faktoren: Nährstoffmängel, hormonelle Dysbalance und mangelnde Bearbeitung von Themen (Was hat dazu geführt, dass man sich selber angreift und sich dadurch seiner Kraft abschneidet?)